Rollwagen-Garnitur

Allgemeine Informationen

Güterverkehr wird auf der Zillertalbahn eigentlich nur noch mittels Rollwagen betrieben. Das bedeutet, dass Normalspurgüterwagen auf spezielle Wagen gerollt werden, ohne die Achsen zu tauschen oder die Fracht auf Schmalspurwagen umzuladen. Vor allem Stammholztransportwagen vom Typ "Roos" zur Binderholz GmbH nach Fügen werden auf diesen Rollwagen transportiert. Ich habe mir für meine Sammlung fünf Rollwagen WW 342, WW 345, WW 346, WW 350 und WW 354 sowie zwei Baumtransportwagen von Piko Typ Roos zugelegt um den Güterverkehr nachzubilden.

Datenblatt

Herkunft Österreich
Gattung Rollwagen
Epoche IV-VI
Hersteller Wagen Liliput
Länge über Kupplung im Original / Modell 30,4 m / 35 cm (mindestens, abhängig von der Länge der Kuppelstangen)
Zuglokomotive D12 (Rangieren), D8, D15 oder D16 (Streckenfahrt)

Die Rollwagen sind sogar für den vorbildlichen Betrieb bestens ausgerüstet, allerdings ist es teilweise eine ganz schöne Fummelei, für den anspruchsvollen Rangierer aber sicherlich ein Beliebtes "Spielzeug". Wie ein Verladen von Normalspurwagen auf Rollwagen betrieblich abläuft, habe ich versucht nachzustellen.

Das Normalspurgleis endet höher gelegen vor dem Schmalspurgleis, wo die Rollwagen bündig zum Gleis bereit stehen.

Die Wagen werden nacheinander in Richtung Normalspurgleis gedrückt und lassen sich lückenlos aneinander reihen. Man sieht am Rand eine Nachbildung eines Hebels, der normalerweise umgelegt wird und in den Zapfen einrastet, so dass keine Lücke zwischen den Wagen entsteht.

Nun werden die Wagen auf die Rollwagen geschoben. Richtig, die Normalspurwagen können auf den Rollwagen fahren wie auf einem normalen Gleis.

Ist der erste Wagen am ersten Wagen nach der Lok angekommen kann der erste Rollwagen vom zweiten etwas abgezogen werden und die Kuppelstange eingesetzt werden.

Werden längere Wagen verladen, so sind zwei Rollwagen für einen Normalspurwagen von Nöten, wie dieses Beispiel zeigt. Ist der Wagen jedoch noch länger als dieser offene Güterwagen, dann muss eine längere Kuppelstange zwischen die Wagen eingesetzt werden. Liliput legt dazu Kuppelstangen in drei verschiedenen Längen bei (später dazu mehr).

Nun müssen die Wagen noch gesichert werden. Dazu gibt es wie beim Vorbild einrastbare Hemmschuhe. Man sieht an der Seite des Wagens kleine Löcher, der Hemmschuh hat an der Innenseite eine kleine Erhöhung die in diese Löcher einrastet. Dies ist eine ganz schöne Fummelei und ohne wieder abnehmen des Wagens fast gar nicht zu bewerkstelligen. Bei Normalspurwagen, die auf zwei Rollwagen verladen werden müssen, wird nur ein Drehgestell beidseitig gesichert, am anderen Drehgestell sind die Hemmschuhe etwas weiter entfernt von den Rädern angebracht, damit der Wagen im Bogen und bei Steigungsübergängen einseitig beweglich gelagert ist. Wagen auf einem Rollwagen werden je Seite mit zwei Hemmschuhen gesichert.

So könnte der Zug dann auf die Reise gehen. Für den Streckenbetrieb wird die kleine D12 dann aber von einem Lupo abgelöst.

Nun noch zum Zubehör, dass jedem Rollwagen beiliegt. Liliput hat hier wirklich an alles gedacht und die notwendigen Teile für einen Rollwagenverkehr mitgeliefert. Leider weiß ich nicht die Bedeutung der oberen drei Teile von Links, die anderen kann ich aber zuordnen und möchte die Verwendung erklären (da den Rollwagen leider keine Anleitung beiliegt).

Von oben nach unten finden sich in der ersten Reihe zuerst drei Teile, dessen Verwendung mir nicht bekannt ist, dann das Handrad, das an den Rollwagen eingesteckt wird (sieht man im, von hier aus gerechnet, zweiten Bild von hinten). Dann folgen drei verschieden lange Kuppelstangen. In der unteren Reihe des Spritzlings finden sich die vier Hemmschuhe. Außerdem liegen zwei Bügelkupplungen und die Kupplungstrichter für die Kuppelstange samt Befestigungsbolzen bei. Es wird auch eine feste Kuppelstange mitgeliefert, sie wird wie die Bügelkupplung im Rollwagen eingerastet. Sie empfiehlt sich aber nicht zu verwenden, da man zum entkuppeln den Wagen vom Gleis nehmen muss. Die anderen Kuppelstangen zum einstecken in den Kupplungstrichter lassen sich auch "on track" durch auseinander ziehen der Wagen lösen.

Um den Güterverkehr auf der Zillertalbahn nachzubilden, habe ich mir zwei Baumtransportwagen Typ Roos von Piko gekauft. Ein zusätzlicher Rollwagen wird hier noch folgen.

Für die Verbindung zwischen Lok und Rollwagen können die Kuppelstangen (wie beim Vorbild auch) verwendet werden. Die Bügelkupplungen sind dazu mit einem Loch vorbereitet, in welches die Kuppelstange geklipst werden kann.

Natürlich müssen die Wagen auch vorbildgerecht beladen werden.

Ich habe mich dazu im heimischen Garten umgesehen und passende Baumstämme gefällt.

Diese wurden zu handlichen Stücken zugeschnitten...

... und können auf die Wagen verladen werden.

Unterwegs auf den Modulen der Forumbahn im September 2012.