BR 56 von Märklin
Die aus dem Hause Märklin stammende BR 56 mit der Art.-Nr. 55282 unterlief einem umfangreichen Umbau, den ich hier vorstellen möchte. Ich habe folgende Umbauten vorgenommen:
- Einbau LokSound XL von ESU
- Einbau getakteter Rauchgenerator von ESU
- Einbau von Servos für automatisches Entkuppeln
- Einbau LEDs für Feuerbüchsenflackern in der Rauchkammer
- Einbau von Radschleifern am Tender
- Wechsel der gelben LEDs beim Spitzensignal auf warmweiße LEDs
- farbliche Gestaltung der Radreifen
Zunächst habe ich die Lokomotive geöffnet. Der Digitaldecoder ist im Tender untergebracht. Daher schaut es in der Lok selbst etwas leer aus. Da ich in der Lok selber die meisten Funktionen
unterbringe, macht es allerdings wenig Sinn den Digitaldecoder weiterhin im Tender zu verbauen, da sonst die ab Werk verbaute mehrpolige trennbare Kabelverbindung zwischen Lok und Tender
nicht mehr ausreichen würde. Also habe ich nach einer Lösung gesucht den Decoder im hohlen Kessel der Lok zu verbauen.
Ich habe von einem Kunststoff U-Kanal ein Stück abgetrennt und passend auf das Chassis der Lok geschraubt.
Der ESU LokSound XL kann anschließend am Kunststoffelement festgeschraubt werden. Hier sind schon mal die Grundversorgungen provisorisch angeschlossen um die Lok zu testen.
Toll ist, dass die Lok ab Werk einen Hallsensor als Radtrigger verbaut hat. Diesen kann man direkt weiter nutzen.
Braun/Rot = + 5V
Braun/Grau = Eingang
Braun/Grün = Masse
Etwas für mich ganz neues war der Verbau eines getakteten Raucherzeugers. Ich habe den Großen von ESU mit der Art.-Nr. 54679 verwendet. Er passt aber natürlich nicht direkt
in das Lokmodell, sondern es sind kleine Fräsarbeiten notwendig.
Die Rückwand muss passend für den Raucherzeuger ausgeschnitten werden.
Anschließend kann man den Raucherzeuger unter den Schornstein schieben und mit einem passend zurecht gesägten und gefeilten Holzbrett verkeilen. Er hält so ohne Kleben und
kann im Reparaturfall einfach wieder rausgezogen werden.
Wie bei allen meinen Spur 1 Lokomotiven sollen auch an der BR 56 Digitalkupplungen eingebaut werden. Also Kupplungen, die sich per Knopfruck an der Digitalzentrale
entriegeln. Bei den Klauenkupplungen von Märklin ist sowas eigentlich recht einfach realisierbar. Es braucht lediglich ein Nylonfaden an der Kupplungsoberseite angebracht
werden, der die Kupplung nach oben zieht.
Die vordere Kupplung musste ich zunächst als Ersatzteil unter der Nummer 590100 beziehen, da das gebrauchte Lokmodell keine Kupplung an der Front besaß. Nun kam
wieder die Kunst des "Nylonfadens durch die Lok ziehen"...
Ich habe als erstes die Vorlaufachse ausgebaut und ein Loch im Chassis im Fahrgestell gebohrt.
Die Vorlaufachse habe ich danach wieder eingebaut und über eine Bohrung den Faden auf die Oberseite geführt. Außerdem sorgt eine kleine Sechskantmutter als Führung des Seils
unter der schwarzen Verriegelung, damit sich der Faden nicht verklemmt.
Im großräumigen Fahrwerksbereich wird ebenfalls eine Sechskantmutter als Fadenführung eingeklebt. Im Chassis selber ist bereits eine Bohrung vorhanden die genutzt werden kann,
um den Faden ins Innere des Modells zu führen.
Hier kann schließlich das ESU Servo eingeklebt werden. Aus Messing habe ich auch hier noch eine kleine Fadenführung gebastelt.
Das Spitzenlicht soll auch auf warmweiße LEDs umgebaut werden. Also origianl verbaute LEDs ausbauen.
An Drahtbeinchen habe ich SMD LEDs gelötet und diese eingebaut.
Für das Feuerbüchsenflackern habe ich die eben ausgebauten gelben LEDs verwendet. Eine davon habe ich rot angemalt. Sie werden in Reihe zusammen gelötet...
... und durch neue Bohrungen in die Feuerbüchse gesteckt.
Auf einer kleinen Platine werden die Führerstandsbeleuchtung sowie die Feuerbüchsenbeleuchtung mit Widerstand angeschlossen.
Die eben gezeigte Platine sowie die Anschlussleitungen für den Rauchgenerator werden an einen Stiftleistenblock angeschlossen und der Kabelbaum mit zwei Schrumpfschläuchen zusammen gehalten.
Auf dem Chassis der Lok wird eine Buchsenleiste gesetzt und die Anschlussleitungen zum Decoder geführt.
Die elektrische Verbindung zum Tender wird neu beschaltet, da sich die angeschlossenen Komponenten durch den Einbau des Decoders in der Lok geändert haben. Die Beschaltung
kann jeder individuell ausführen. Wichtig ist, dass man es für sich dokumentiert :-)
Der Decoder ist fertig eingebaut und angeschlossen. Die Kunststoffhalterung habe ich noch rot angemalt.
Ach so: Die Anschlüsse der beiden Servos am LokSound Decoder muss man verlöten. Für die Stecker-Buchsen-Verbindung ist nicht genügend Platz wenn man das Gehäuse später
aufsetzen will. Das habe ich auch erst im Anschluss gemerkt ;-)
Nun folgt noch der Umbau des Tenders. Zunächst habe ich aus Bronzeblech Radschleifer gebastelt. Ich denke es schadet nie die maximale Möglichkeit an Rädern für die Stromabnahme
heranzuziehen! Gerade im Gartenbahnbetrieb.
Das ist übrigens der Originaldecoder. Der wurde ausgebaut und verkauft.
Hier die Pinbelegung, falls sie wen interessiert:
Ich habe eine Lochrasterplatine zurecht geschnitten und auf die bestehenden Hülsen geschraubt. Die Platine sichert nämlich den Lautsprecher in Position. Daher ist sie nicht verzichtbar.
An der Platine wird der Kabelbaum zur Lok angelötet und an die angeschlossenen Komponenten verschaltet. Das sind Lautsprecher, Servo, Radschleifer und Spitzenlicht.
Auch am Tender habe ich Nylonfaden für den Antrieb der Kupplung verwendet. Im Gegensatz zur Lok ist die Fadenführung hier aber minimal.
Und natürlich wurden auch am Tender die gelben LEDs gegen warmweiße SMD LEDs getauscht.
Als Abschluss wurden an der Lok und am Tender die silbernen Radreifen mit roter Revell Farbe farblich mit dem Speichen in Einklang gebracht. Die Arbeit hat der Vorbesitzer schon
ausgeführt, allerdings ist die Farbe teilweise abgeblättert. Daher habe ich nachgepinselt.
Weitere Bilder gibt es selbstverständlich in der Bildergalerie.