BR 120 von Lima

 

Für gerade mal 60 € konnte ich bei Ebay eine BR 120 aus alter Lima Italien Produktion kaufen. Es sind natürlich ein paar Änderungen notwendig, damit die Lok eine "Zulassung" für meine Modellbahn bekommt. Hauptsächlich steht natürlich eine Digitalisierung an.

 

So sieht es ab Werk unter der Haube aus:

 

 

Der Motor ist leider mit einem furchtbar pappigem Klebeband fixiert. Von ihm gehen auch vier rote und zwei schwarze Kabel weg. Für den Motor sind natürlich nur zwei notwendig. Was die anderen für eine Bedeutung haben weiß ich nicht, ich konnte ja auch nicht nachsehen, weil dann alles gepappt hätte.

 

 

Die erste Änderung war das Fixieren der Kontaktdrähtchens für die Stromabnahme. Ursprünglich wurde es mit einer Art Plastikschraube gehalten. Die war aber so porös, dass mir beim ablöten der alten Kabelverbindungen die Kontaktverbindung nahezu entgegen flog. Die Befestigung habe ich daraufhin mit einer Miniaturmetallschraube vorgenommen. Außerdem habe ich die alten Kabelverbindungen erneuert, da die Lötstellen in einem ziemlich schlechten Zustand waren.

 

 

Nach Entfernen der Originalplatine konnte der ESU LokPilot mit Doppelklebeband quer über das Lokchassis geklebt werden.

 

 

Nach einem kurzen Fahrtest habe ich mich mit der Beleuchtung beschäftigt. Werksseitig ist ja nur ein Dreilichtspitzensignal mit einer weißen Glühlampe je Seite vorgesehen. Daher ist der Lichtleiter auch in einem Stück.

 

 

Leider ist der Lichtleiter auch sehr gut mit dem Lokgehäuse verklebt und muss daher im eingebauten Zustand bearbeitet werden. Daher ist es natürlich äußerst wichtig auf das Gehäuse aufzupassen. Es werden zuerst die beiden Plastikstifte mit einem Dremel abgesägt und danach das obere Spitzensignal von den beiden Unteren getrennt.

 

 

Das obere Spitzensignal kann zur Weiterverarbeitung herausgezogen werden. Es wird gestutzt, bis nur noch ein kleines Quadrat übrig bleibt. Das kann nun wieder ins Gehäuse eingesetzt und verklebt werden.

 

 

Nun sind die LEDs dran. Ich habe mich für die beiden unteren Lichter für zwei SMD Duo LEDs entschieden. Dieser Typ hat den Vorteil, das es an sich zwei normale SMD LEDs jedoch in einem Gehäuse sind. Die Standardbauform von Duo LEDs hat nämlich den Nachteil, dass meist der Minuspol untereinander verbunden ist, der Decoder jedoch einen gemeinsamen Pluspol hat. Daher kann man solche LEDs ohne Inverter nicht einfach anschließen. Diese Duo LEDs werden jedoch getrennt voneinander betrieben.

 

 

Für das obere Spitzenlicht kommt eine einzelne 0603er SMD LED zum Einsatz. Die LEDs habe ich mit Revell Plastikkleber eingeklebt. Fertig sieht das nun so aus:

 

 

Für die weitere Verkabelung habe ich mir folgendes überlegt: Im Bereich der Führerstände habe ich auf Leiterplatten die erforderlichen Widerstände gelötet. Die Kabel habe ich nun zu einem Miniaturstecker gelegt, damit ich das Lokgehäuse ohne Probleme vom Chassis trennen kann.

 

 

Am Decoder wird die Buchse angelötet...

 

 

... die ich auf dem anderen Drehgestell mit Doppelklebeband befestigt habe.

 

 

Die nächste Umbaumaßnahme war ein Austausch der Stromabnehmer. Die werksseitig verbauten machen einen optisch schlechten Eindruck und haben zudem eine große Bewegungsfreiheit zur Seite hin, wenn sie ausgefahren sind. Da ich später mit angelegtem Stromabnehmer fahren möchte, kann dies natürlich nicht der Fall sein.

 

Daher habe ich mir zwei Sommerfeldt Stromabnehmer gekauft, die ich auf das Dach montiere. Ein Vorgeschmack zwischen Sommerfeldt (links) und Lima (rechts):

 

 

Leider lassen sich die Stromabnehmer nicht ohne weiteres aufs Dach schrauben. Das Gehäuse muss etwas bearbeitet werden. Zuerst einmal befindet sich an der Oberseite ein Plastikaufsatz, dieser muss weggefräst werden.

 

 

Auch an der Unterseite gibt es Unebenheiten, die man abfräsen muss.

 

 

Schließlich muss ein neues Loch gebohrt werden. Man glaubt es kaum, aber die Lok besitzt zwei Löcher unter jedem Stromabnehmer und keines von beiden passt!

 

Sind die Arbeiten getan kann der Sommerfeldt Pantho ohne Probleme aufs Dach geschraubt werden.

 

 

Nun kann das Lokgehäuse geschlossen werden. Ein Funktionstest zeigt, dass sich der Umbau gelohnt hat. Das weiße Licht leuchtet übrigens in Natura nicht so grell, wie auf dem Foto.

 

 

 

Die neuen Stromabnehmer im Einsatz.

 

 

Zwei weitere Umbauten musste ich nun noch vornehmen. Zum einen habe ich festgestellt, dass sich unterhalb der Pufferbohle zwei Plastikimitationen befinden, die bei Bogenfahrt ein Ausschwenken der Kupplungen hemmen und es so Entgleisungen kommen kann. Daher habe ich die Unterseite plan gefeilt.

 

 

 

So guter letzt habe ich mir noch einen Flüsterschleifer gebaut. Der alte Schleifer ratterte ja in unmöglicher Art und Weise. Allerdings habe ich den Originalschleifer belassen und einfach ein 0,3 mm Messingblech zurechtgeschnitten und aufgebogen.

 

 

Weitere Bilder gibt es selbstverständlich in der Bildergalerie.

 

Der Umbau folgt auf eigene Gefahr! Ich übernehme keine Haftung bei Schäden!