Mehrpolige Stromverbindung im ICE 1 von Märklin

 

Da mein 4-teiliger ICE (+ 2 Triebköpfe) teilweise die Weichen mit einem Durchdrehen der Räder nur schwer passierte, musste der 2. Triebkopf wie im Original auch motorisiert werden. Doch 2 Kabel für den Motor, 2 Kabel für den Lichtwechsel, 1 Kabel für die Innenbeleuchtung und 1 Kabel für die Masseverbindung sind nicht leicht durch einen Zug zu ziehen, der 360 mm Bögen überwinden muss. Da war am Anfang immer eine Entgleisung mit verbunden. Und hier die Lösung des Problems:

 

Anleitung

 

Anmerkung:

Der Zug ist nach dem Umbau untrennbar.

 

Benötigte Teile

alle* Teile für einen Märklin 37xxx Motor:

    - 389000 Feldmagnet (ca. 3,74 €)

    - 386820 Anker (ca. 10,89 €)

    - 516520 2 x Entstördrosseln (ca. 0,80 € = 1,90 €)

    - 386940 Motorschild (ca. 5,36 €)

    - 601460 Bürstenpaar (ca. 1,38 €)

    - 373830 evt. Treibgestell für den 2. Triebkopf (ca. 19 €)

    - 785120 evtl. Zylinderschraube für den 2. Triebkopf (0,78 €)

und ein dünnes Kabel (ich habe eins von Viessmann mit 0,03 mm Quadratmillimeter genommen). Wie lang das Kabel sein muss hängt von der Länge des Zuges und von der Anzahl der Pole ab.

 

*) Welche Teile man braucht hängt vom momentanen Bestand ab. Der Motor besteht aus Feldmagnet, Anker, 2 x Entstördrossel, Bürstenpaar und Motorschild. Evtl. braucht man zwei Zylinderschrauben zum befestigen, falls vom alten Motor keine übriggeblieben sind und ein Treibgestell, falls der andere Triebkopf noch keins mit Zahnrädern hat.

 

A C H T U N G : Nicht jeder 37xxx Motor ist auch gleich schnell wie ein anderer 37xxx Motor hat sich bei meinen Tests herausgestellt. Man muss gegebenenfalls den Anker auswechseln.

 

Hinweis: Sofern der ICE noch keinen Digitaldecoder für Gleichstrommotore hat, muss man einen kaufen. Die Originalplatine braucht man dann nicht mehr.

 

Bei einem Zug mit 4 Mittelwagen ist eine Länge des dünnen Kabels von jeweils 1,5 m erforderlich. Wenn man eine 4-polige Kupplung benötigt muss man 1,5 m * 4 nehmen und kommt somit auf 6 m Kabel.

 

In einem Triebkopf sitzt der Decoder. Ein Schaltplan habe ich mal angefertigt:

 

 

Da es umständlich ist die Kabel von der Oberseite der Wagen (zwischen Dach und Innenbeleuchtung) runter zur Märklin Originalkupplung zu ziehen (Zug würde entgleisen, wegen verhaken der Kabel), sägt man am oben am Endprofil eine Öffnung aus.

 

 

Durch die kann man die dünnen, flexiblen Kabel durchziehen. Man fängt mit der Verkabelung am Triebkopf mit dem Decoder an. Von dort zieht man die 6 Kabel (bei mir sind es nur 4, da ich für 2 Kabel die Original Märklin stromführende Kupplung genommen habe), gemäß obigem Schaltplan, durch die ausgesägte Öffnung. Die Motorkabel zum Triebkopf 2 werden zwischen Decoder und Drossel von Motor 1 angelötet, das Kabel für die Innenbeleuchtung, falls vorhanden, lötet man direkt am Decoder (z.B. F 1) an. Die Masseverbindung bringt man irgendwo am Chassis oder Motorschild an. Und die Lichtfunktion (weiß-rot) wird an den Glühlampen oder am Decoder angebracht. Solange man jetzt noch weiß, welches Kabel wohin gehört, muss man diese auch kennzeichnen, wenn sie keine unterschiedlichen Farben haben.

 

Hat man alle Arbeiten im Triebkopf abgeschlossen, geht es zum 1. Mittelwagen. [Der Triebkopf sollte jetzt komplett zugeschraubt sein und das Endprofil sollte befestigt sein!] An dieser Stelle bohrt man aus dem Endprofil wieder eine Öffnung und zieht die Kabel durch. Das Endprofil setzt auf das Chassis (ohne Waggondach + Wand), sodass man freien Zugriff auf die Inneneinrichtung hat. Man setzt nun den vorherigen Wagen (hier: Triebkopf) und den jetzt bearbeiteten Wagen versetzt aufs Gleis (siehe Bild), damit die Kabel voll ausgelenkt sind (würde bei einer S-Kurve der Fall sein).

 

 

Jetzt führt man die Kabel durch die mittlere Rille auf der Inneneinrichtung (da wo auch die Kabel für die Innenbeleuchtung durchgezogen werden) und klebt sie stramm fest. Wenn der Kleber getrocknet ist, setzt man am hinteren Teil des Wagens wieder ein ausgesägtes Endprofil drauf (vorher Dach auf den Wagen) und schon ist Triebkopf und Wagen fertig. Wenn der Zug aus mehreren Wagen besteht, was wohl auch der Fall sein wird, muss man die Arbeitsschritte wiederholen, bis man beim Triebkopf angelangt ist.

 

Die Verbindung zwischen 2 Wagen sieht fertig so aus

 

 

Ist man beim Triebkopf 2 angelangt lötet man die ganzen Kabel an den jeweiligen Verbrauchern fest (das Kabel für die Innenbeleuchtung kann man sich sparen, da der Triebkopf gewöhnlich keine Innenbeleuchtung hat). Hier muss man darauf achten, dass das Kabel, wo beim Triebkopf 1 das weiße Licht angeschlossen ist, an das rote Licht angeschlossen wird und umgekehrt, sonnst hat man dann vorne und hinten weiße bzw. rote Lichter. Und auch die Motoranschlüsse müssen vertauscht werden, sonnst fahren beide Triebköpfe vorwärts bzw. rückwärts. Die Masse lötet man wieder am Chassis oder am Motorschild an.

 

Wichtig: Für Schäden bei den Bastelarbeiten übernehme ich keine Haftung. Es sollte vielleicht vorher noch überprüft werden, ob ein Digitaldecoder 2 Motore ansteuern kann, nicht dass alles in Rauch aufgeht. Auch dafür keine Haftung, alles auf eigene Gefahr.

 

Und nun - Viel Spaß :-)