Sehr schöne vorbildgetreue Lichtsignale

Früher oder später kommt man beim Bau der Modellbahn an das Thema Signalisierung. Auf Nebenbahnen mit einfachen Verhältnissen im Zugleitbetrieb reichen dann ein paar fest installierte Blechtafeln, für signalisierten Zugverkehr werden entweder Formsignale oder Lichtsignale notwendig. Ich möchte in diesem Bericht Letztere näher begutachten, da ich auch hauptsächlich Lichtsignale einsetzen werde.

Sicherlich kennt jeder die Viessmann Signale. Wann sie auf den Markt gekommen sind weiß ich nicht, mindestens in den 90ern, denn schon da habe ich die ersten Signale gekauft. So sind sie bis auf die Multiplextechnik nahezu unverändert geblieben. Das bedeutet die Signale sind sehr klobig, haben falsche Lichtfarben und sind einfach wenig detailliert. Zudem tragen sie keinerlei Zusatzanzeiger und gerade das ist doch die Kirsche auf der Torte. Also schaut man mal etwas über den Tellerrand und entdeckt schließlich andere Hersteller.

Zum einen sei an dieser Stelle die Firma RZTec genannt. Dieser Hersteller produziert seine Signale im 4K SLA Druckverfahren. Es sind ÖBB Signale, KS- und Kompaktsignale sowie ab Mitte 2021 das H/V-Signalsystem der DB und Gleissperr- und Zusatzsignale frei konfigurierbar. Die Signale zeichnen sich durch eine wirklich glatte Oberflächen trotz 3D Druck, imitierte Blindverschlüsse der nicht benutzten Optiken, sehr viele Details und langlebige SMD Beleuchtung aus.

An nächster Stelle möchte ich die Firma SMF Modelle erwähnen, welche die Signale von Erbert übernommen hat. Ich habe bereits Signale bestellt, aber sie sind noch nicht da. Von daher stelle ich sie zu einem späteren Zeitpunkt vor.

RZTec

Die Signale werden in einer Klarsicht Kunststoffverpackung geliefert und stehen dort in einem Pappaufsteller. Auf dem sind auch ein Gleismagnet und ein Anschlusspilz befestigt, die man neben dem Signal platzieren kann. Ein Bild der Verpackung werde ich später nachreichen.

Die Signale sind wirklich sehr detailliert und machen einen richtig guten Eindruck. Alles ist sehr filigran dargestellt. Wie bereits erwähnt sind die Blindöffnungen der nicht genutzten Optiken verschlossen und auch dargestellt. Dank Verwendung von Kupferlackdrähten ist die Durchsicht durch den Mast gegeben. Das Signal wird komplett anschlussfertig geliefert. Es muss lediglich ein Loch am Stellort gebohrt werden. Wie auch bei Viessmann üblich und somit perfekt abgestimmt auf die meisten wenn nicht sogar alle Signaldecoder haben die Signale von RZTec einen gemeinsamen Pluspol. Die einzelnen Lichtpunkte werden über den Minuspol geschaltet. Dort ist auch jeweils ein Widerstand eingebaut, so dass das Signal direkt an etwa 12 bis 16 V Gleichspannung angeschlossen werden kann. Die verschiedenen Lichtpunkte sind mit farbigen Schrumpfschläuchen markiert, wobei man natürlich bei mehrbegriffigen Signalen mit mehreren gleichfarbigen Optiken nur durch Ausprobieren feststellt welches die richtige Anschlussleitung ist. Aber das stellt kein großes Problem dar.

Hier sieht man sehr schön die verschlossenen Blindöffnungen.

Die Signale kann man sich im Webshop von RZTec frei konfigurieren. Man wählt dazu die Bauform und den Signalschirm (Hauptsignal, Vorsignal, kombiniertes Signal) aus. Anschließend kann man die anzuzeigenden Optiken auswählen. Auch Zs 1, Zs 7 oder Zusatzanzeiger wie Zs 2, Zs 3 oder Zs 6 sind darstellbar. Also je nach Belieben und je nach Einsatzort kann man sich ein richtig "volles" Signal konfigurieren. Das macht natürlich richtig was her!

Hier sieht man ein Ausfahrsignal mit Vorsignal am Mast, das neben den gewöhnlichen Signalbegriffen außerdem ein Zs 3v Kennziffer 6 anzeigen kann.

Ich finde das ist wirklich ein gelungenes Erscheinungsbild.

Das Rangiersignal ist eingeschaltet.

Das erste Video aus dieser Serie verlinke ich euch anbei. Hier stelle ich die RZTec Signale vor.

Fazit zu den Signalen von RZTec: Auf jeden Fall eine Kaufempfehlung wenn man filigrane, sehr schöne und individuelle Lichtsignale auf seiner Anlage einsetzen möchte.

SMF Modelle

Der Bericht hierzu wird ergänzt wenn die Signale voraussichtlich im Herbst 2021 geliefert wurden.

Ansteuerung

Für die Ansteuerung der Signale verwendet ich Decoder von IEK. Diese sind sehr preiswert und machen genau das was sie können müssen: Sie steuern ein Hauptsignal und ein zugehöriges Vorsignal an, erzeugen den weichen Signalbildwechsel, können das Vorsignal am Mast dunkel schalten und bieten eine sehr flexible Adresszuordnung. Es ist möglich jedem Ausgang eine ganz individuelle Adresse ohne Zwang der Chronologie zuzuweisen. Also z.B. Hp 0 Adresse 5, Hp 1 Adresse 15 und Hp 2 Adresse 3. Dies erscheint jetzt erstmal wirr, aber es kann durchaus von Vorteil sein.

Für den Anschluss eines kombinierten Signals (also Vorsignal am Mast des Hauptsignals) setzt man den Decoder genau unter das Signal. Denn das Vorsignal kann nur dann passenderweise dunkel geschaltet werden, wenn Haupt- und Vorsignal an einem Decoder angeschlossen werden. Außerdem werden dadurch auch die Kabelwege sehr gering gehalten.

Hier sieht man den Anschluss eines Einfahrsignals mit Vorsignal am Mast:

Das Vorsignal wird dann auf die selbe Adresse programmiert wie das folgende Hauptsignal, sofern eine eindeutige Zuordnung möglich ist. Liegen nämlich Weichen in der Fahrstraße muss das Vorsignal eine ganz eigene Adresse erhalten und über "virtuelle" Fahrstraßen passend geschaltet werden. Warum "virtuell"? Nun z.B. in der ECoS (sicherlich klappt das auch mit anderen Profi-Digitalzentralen) kann man Schaltbedingungen eingeben wann eine Fahrstraße auslösen soll. Die Schaltbedingungen sind die Weichenstellungen inkl. der Signalstellung des zugehörigen Signals. Wenn exakt diese Schaltbedingung zutrifft wird das Vorsignal geschaltet. Zum Beispiel benötigt ein Vorsignal vor einer Weiche mit dahinterliegenden Blocksignalen genau vier virtuelle Fahrstraßen. In Weichenlage links Hp 0 und Hp 1 und in Weichenlage rechts Hp 0 und Hp 1. Abhängig davon welche dieser Schaltbedingungen gerade erfüllt ist zeigt das Vorsignal dann Vr 0 oder Vr 1. Dieses Beispiel ist sehr einfach. Selbst auf meiner kleinen Anlage entstehen durch die natürlich kompakte Gleisanlage mit vielen Fahrmöglichkeiten zwischen Vor- und Hauptsignalen teilweise 10 oder mehr verschiedene Fahrstraßen zu Ansteuerung des Vorsignals. Aber nur so ist auch eine richtige Vorsignalisierung möglich.