Die Steuerung von Modelleisenbahn-Claus hat vier große Vorteile:
- mittels integriertem Digitaldecoder perfekt für digitale Anlagen geeignet
- hat vier Betriebsmodi
- Servostrom abschaltbar
- bequeme Programmierung am Computer mit selbsterklärenden Grafiken
Auch hier punktet die Schaltung mit einem einfachen Anschluss: 2 Eingänge für den Digitalstrom, 2 Eingänge für die Spannungsversorgung
(7 bis 16 V AC oder DC) und 8 Anschlüssen für Servos. Zur Spannungsversorgung schon mal was vorweg: Sie sollte am besten 7-9 V betragen.
Denn umso geringer die Spannung ist, umso kühler bleiben die beiden Spannungsregler und somit der Kühlkörper. Empfehlen kann ich das Netzteil
von Conrad (Art.-Nr. 511179). Es langt mindestens für 3 Servodecoder. Die Servos können ferner noch von einem externen Stromanschluss versorgt
werden. Das dient dazu, um Servos zu versorgen, die einen größeren Strom benötigen, als der Spannungsregler liefern kann. In diesem Fall wird
der Spannungsregler mit dem Jumper abgeschaltet und auf externe Spannung umgeschaltet.
Durch den integrierten Digitaldecoder ist diese Steuerung für Digitalbahner ein absolut perfekt, da keine zusätzlichen Kosten für
Digitaldecoder anfallen.
Die Platine gibt es auch als Bausatz, wodurch man noch mehr einsparen kann. Der Aufbau ist nicht schwer. Die ICs und paar andere Teile
sind bereits aufgesteckt.
Etwas, was ich an dieser Schaltung sehr komfortabel finde, ist die PC Programmierung. Die Verbindung geschieht mit einem seriellen Kabel.
Mit der mitgelieferten Software wird der Decoder konfiguriert. Allerdings hat diese Methode natürlich gleich einen Haken: Es muss ein PC in
greifbarer Nähe sein, am besten ein Laptop. Auch sollte das Kabel für die PC Verbindung nicht allzu kurz sein. Ich habe gleich ein 5 Meter
Kabel gekauft.
Der Servodecoder kann nun bequem per PC konfiguriert werden. Mit einem Doppelklick auf Servo 1 wird dieses Servo konfiguriert.
Nun klickt man auf Servo konfigurieren um dem Servo Fabrikat, Betriebsmodus, usw. zuzuweisen.
Das Servo kann auch als "Widerholung" genutzt werden, d.h. es pendelt beim betätigen der Keyboardtaste so oft hin und her, bis die Anzahl der
Wiederholungen (selbst festlegbar) erreicht ist. Somit kann man bei der Abfahrt eines Zuges einen Menschen winken lassen. Mit "Strom abschalten"
kann man dem Servo nach der Drehbewegung den Saft abschalten, damit der Servodecoder nicht unnötig belastet wird um das Servo in Position zu halten.
Will man das Servo nun einstellen so klickt man auf "Servo Einstellungen und Geschwindigkeit einstellen" und es öffnet sich dieses Fenster:
Klickt man auf "Test [...]" so kann man das Servo hin und her drehen.
Im Menü Datei befindet sich die Servo Test Funktion. Damit können die acht Servos wie mit einem Weichenstellpult gedreht werden.
Schließlich schließt man das Fenster und bekommt mitgeteilt, dass die Daten aktualisiert werden.
Der einzige Nachteil dieser PC Programmierung ist wohl, dass PC und Servoeinsatzort nicht weit entfernt sein kann, denn es muss ja eine
Verbindung zwischen diesen beiden Komponenten herrschen.
Im Gegensatz zur Conrad Steuerung fährt das Servo beim Einschalten der Spannung Gott sei Dank nicht mit Maximalgeschwindigkeit die
beiden Stellwege ab, sondern speichert die letzte Position.
Die Elektronik kann mit den ganzen Blinklicht und Relaisanschlüssen nicht punkten, ist dafür aber ein ganzes Stück billiger, wenn man
den Preis auf die 8 Servos hochrechnet.
ESU SwitchPilot Servo
Die Steuerung von ESU hat drei große Vorteile:
- Digital- und Analogbetrieb möglich
- bequeme Programmierung mittels CVs oder Taster auch für Analogbetrieb geeignet
- Servostrom abschaltbar
Der ESU Decoder ist schnell angeschlossen. Die Spannungsversorgung kann wie beim Modelleisenbahn-Claus Decoder über den Digitalstrom oder
von einem externen Trafo erfolgen. Beim Einschalten werden die Stellwege auch nicht extra abgefahren, auch dieser Decoder speichert die
letzten Stellungen der Servos. Verschiedene Betriebsmodi gibt es nicht, den Servos können also nur die linke und rechte Endposition sowie
die Stellgeschwindigkeit zugewiesen werden.
Die Programmierung lässt sich simpel über die CV Programmierung durchführen oder auch sehr komfortabel für die drei Taster. So können auch
die Analogbahner ihre Servos einstellen. Dies geht auch sicherlich exakter wie mit Potentiometern.
Dass der Decoder sowohl analog als auch digital betrieben werden kann ist natürlich ein weiterer Pluspunkt. Mit 8 Tasteingängen können die
Servos analog über Taster in die eingestellten Endpositionen befahren werden. Leider kann aber aufgrund von der internen Beschaltung her
immer nur ein Tasteingang verbunden sein, sonnst werden die Tastendrücke nicht korrekt erkannt. Ein Schalten mit Kippschaltern ist also
nicht möglich.
Seit geraumer Zeit kann die Servospannung auch beim ESU Decoder abgeschaltet werden. Dies können nur neuere Decoder. Die Spannungsabschaltung
muss mit CVs im Decoder aktiviert werden. Diese sind in den Anleitungen nicht dokumentiert. Es handelt sich um folgende CV:
Servo erst nach einem empfangenen Kommando einschalten (CV 50 = 1)
Servo nach Erreichen der Endstellung abschalten (CV 50 = 2)
Somit wird beim Schreiben des Wertes "3" in die CV 50 das Servo vom Servodecoder nur dann mit Spannung versorgt, wenn es gestellt werden soll.
Gut, dass ESU hier reagiert hat und diese Funktion eingebaut hat.
Vergleichstabelle
| Conrad | Modelleisenbahn-Claus | ESU | |
| maximale unabhängige Servoanzahl | 1 | 8 | 4 |
| Spannungsversorgung | 16 V AC oder DC | 7 bis 16 V AC oder DC | 16 bis 18 V AC oder DC |
| Programmierung | Potentiometer | über PC Anschluss | CVs oder Taster |
| Zusatzanschlüsse | ja | nein | nein |
| Ansteuerung | analog oder digital, exkl. Digitaldecoder | digital, inkl. Digitaldecoder | analog oder digital, inkl. Digitaldecoder |
| verschiedene Betriebsmodi | ja | ja | nein |
| Wiederholungsfunktion | nein | ja | nein |
| auch als Bausatz zu kaufen | nein | ja | nein |
| Pulsform | positiv | positiv und negativ | positiv |
| Strom abschalten | nein | ja | ja |
| Kosten für ein Servo (ohne Servo) | ca. 14 € | ca. 5,50 € | ca. 6,25 € |