V 100 von Brawa - ein detaillierter Nebenbahndiesel mit vielen Funktionen

Kurz vor Weihnachten 2015 wurde die V 100 von Brawa in der digitalen Ausführung mit Sounddecoder, angetriebenem Lüfter, Lichtfunktionen, Führerstandsbeleuchtung, Pufferkondensator und Digitalkupplungen ausgeliefert. Ich habe die Variante in der Lackierung der Lokomotion Bahngesellschaft vorbestellt und möchte das Modell hier näher vorstellen.

Erster Eindruck

Das Fahrzeug kommt in der Brawa typischen Verpackung mit Klarsicht Kunststoffinnenleben. Dort befinden sich neben dem Fahrzeug auch ein Tütchen Zurüstteile für Vitrinenbahner und zwei Anleitungen. Eine allgemeine Anleitung zur Lok und dem Decoder eine weitere Anleitung mit einer Explosionszeichnung und Ersatzteilnummern sowie der Funktionsbelegung.

Weiterhin liegt dem Modell eine "Lokkarte" bei, die ausschaut wie eine EC Karte. Die Anleitung schweigt aber über die Verwendung dieser Karte, so dass ich zu derer Funktion also nichts weiter sagen kann.

Die Lok selber ist höchst detailliert, filigran und ein Augenschmauß. Hier hat Brawa wirklich beste Arbeit geleistet.

Details

Die V 100 ist mit Federpuffern ausgerüstet.

Der Lichtwechsel wird mit SMD LEDs realisiert, die präzise die Lampen ausleuchten. Die Lichtstärke ist wie ich finde gut angepasst.

In der digitalen Version gibt es obendrauf noch die Führerstandsbeleuchtung.

Außerdem ist der Lüfter angetrieben. Bei mir hat sich der Lüfter zu Beginn jedoch nicht gedreht. Ein Motorsurren war aber zu vernehmen. Nach dem Öffnen der Lok stellte ich fest, dass am Lüfterrad ein kleines Teilchen angeklebt war, so dass das Lüfterrad am Gehäuse angestoßen ist. Es hat ausgeschaut wie ein kleiner Fetzen doppelseitiges Klebeband. So stellte ich auch fest, dass sich das Lüfterrad frei drehen lässt. Bei Blockade überlastet somit der Motor nicht. Das Lüfterrad liegt lose auf der Welle auf und dreht sich durch die Reibungskraft. Durch diese lose Auflage eiert es wie ich finde aber auch ein wenig rum. Jedoch nicht nach links und rechts sondern oben und unten.

Ein echter Hingucker ist die Unterseite der Lok. Eigentlich viel zu schade, da man sie nur kaum sieht. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Mühe man sich hier gegeben hat.

Die Ansteuerung der Digitalkupplung sieht man auch. Der Haken wird über einen Hebel von einem Motor nach unten gedrückt. Scheinbar hat man hier wirklich einen Motor verbaut (könnte in Richtung Servo gehen), da nach der Bewegung kein weiteres Geräusch mehr zu vernehmen ist. Auch ist seitens Brawa keine Abschaltung nach wenige Sekunden einprogrammiert. Dies wäre aber zum Schutz eines Elektromagneten ratsam. Also sieht es danach aus, das hier kein Elekromagnet sondern ein Elektromotor verbaut worden ist.

Leider bemerke ich, dass die Kupplung auf der einen Seite sehr weit nach oben ragt. Ein automatisches Ankuppeln ist somit gar nicht möglich.

Auf der anderen Seite passt die Höhe. Hier kann der Wagen also ohne Probleme digital an- und abgekuppelt werden. Die Kupplung muss auch beim Ankuppeln betätigt werden, da der Haken sonst die Kupplung abstößt.

Haken oben:

Haken unten:

Brawa hat gehalten was versprochen worden ist: Die Digitalkupplung harmoniert auch mit der Roco Universalkupplung. Durch die Bauform stößt die seitliche Führung der Universalkupplung an die Brawa Digitalkupplung, so dass der halb offene Bügel nicht vom Haken rutschen kann. Dadurch dass die Kupplung nicht magnetisiert wird (z.B. durch einen Elektromagneten) bleiben auch Metallbügel nicht kleben.

Haken unten:

Haken oben:

Technik

Interessant ist natürlich auch das Innenleben, wobei man davon nicht allzu viel sieht.

Der Führerstand muss zunächst nach oben abgezogen werden. Dazu muss ein wenig gehebelt werden.

Danach kann an der Inneneinrichtung jeweils links und rechts eine Schraube gelöst werden, so dass auch dieser nach oben abgezogen werden kann.

Danach werden die Vorbauten abgehebelt.

Unter dem Führerstand hat man einen Blick auf die Hauptplatine. Unter dem kurzen Vorbau liegt der Sounddecoder. Dieser ist von Doehler & Haass. Verbaut wurde der Typ SD22.

Unter dem langen Vorbau ist der Lautsprecher sowie der Antrieb für den Lüfter verbaut. Weiter habe ich die Lok fürs erste nicht zerlegt.

Fazit

Brawa ist mit der V 100 wirklich ein erstklassiges Lokmodell gelungen. Und die Digitalvariante mit den vielen Funktionen bringt enorm viel Spaß. Löblich ist auch der Einbau eines Pufferkondensators, der Licht, Sound und Antriebsmotor puffert. Dadurch werden verschmutzte Gleisstellen problemlos überfahren. Ein wenig enttäuscht bin ich vom zu Beginn nicht funktionierenden Lüfter. Sowas sollte eigentlich beim Test bemerkt worden sein. Auch die zu hohe Kupplung ist störend und muss noch manuell justiert werden. Etwas gewöhnunsbedürftig ist auch die Funktionsbelegung. Mann kann die Digitalkupplung nur schalten, wenn der Rangiergang aktiv ist. Dieser schaltet auch gleichzeitig die Rangierbeleuchtung ein (Spitzensignal statt rotem Schlusslicht). Ich finde das etwas umständlich, wenn ich zunächst eine andere Funktion aktivieren muss, um die eigentliche Funktion zu schalten. Hier muss ich mir Gedanken machen ob ich dem verbauten Decoder meine Wunschkonfiguration mitteilen kann oder auf einen anderen Decoder umsteige (und wie dieser dann zu programmieren ist, so dass z.B. die Kupplungen funktionieren). Trotz dieser kleinen Mängel hat sich der Kauf der Modells gelohnt. Brawa hat hier ganz gute Arbeit geleistet.

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