Oberleitung

 

Als ich mit dem Anlagenumbau begonnen habe war für mich klar, dass ich den neu gestalteten zweigleisigen Tunnel sofort elektrifizieren muss, da es später nach dem bearbeiten mit Gips keine Möglichkeit mehr gibt, zerstörungsfrei eine Oberleitung zu installieren. So hat mich der Drang gepackt, weiter an der Oberleitung zu arbeiten.

 

Was für mich von Anfang an klar war: Der Stromabnehmer von den Loks muss am Fahrdraht anliegen. Ich will die Oberleitung so gut verbauen, dass keine Lok Probleme hat, mit angelegtem Bügel am Draht entlang zu schleifen. Außerdem wird wie beim Vorbild mit Radspannwerken und Doppelauslegern gearbeitet. Natürlich wird der Fahrdraht auch nicht im Bogen zurechtgebogen, sondern in kurzen geraden Stücken im Bogen geführt.

 

Zu erst einmal ein paar Bilder von der Oberleitung im Bereich des Tunnels (sind die selben wie im Bericht Anlagenumbau).

 

 

 

Hier im Tunnel habe ich auf ein teures Radspannwerk verzichtet. Man muss es ja auch nicht übertreiben.

 

 

1. April 2010

 

Die erste komplizierte Herausforderung für mich war das Überspannen der Weichenverbindung bei Mittelstadt. Dabei habe ich zum einen Rohrausleger und zum anderen normale Streckenmasten verwendet.

 

 

 

Das Radspannwerk an den Turmmast anzubringen war vielleicht eine Fummelei! Aber es macht natürlich schon was her.

 

 

6. Mai 2010

 

Nach langer Pause geht es mit der Elektrifizierung weiter. Zum einen habe ich die Überspannung des Weichenbereichs fertig gestellt.

 

 

 

Der Draht, der links vom geraden Streckenabschnitt kommt, überkreuzt den Fahrdraht vom Abzweig und wird für den Abzweig zum Kopfbahnhof weiterverwendet. So spart man sich zwei weitere Radspannwerke.

 

 

Hier sieht man den Draht, der den gerade verlaufenden Fahrdraht kreuzt und zum Kopfbahnhof führt.

 

 

 

 

Blick auf die Kreuzungsstelle.

 

 

Der nächste große Abschnitt war der Lückenschluss zwischen dem Weichenbereich von Mittelstadt und dem bereits fertig gestellten Abschnitt im Bereich des großen Tunnels von Niedlingen. Dabei verläuft die Strecke unter der Eisenbahnbrücke, die nicht so hoch liegt, dass der Fahrdraht normal durchgeführt werden kann. Ich muss mir wie beim Vorbild niedere Masten basteln und den Fahrdraht zusammenstauchen, damit die Tragseile unter der Brücke durchpassen.

 

Den normalen Streckenmast habe ich zuerst oben etwas abgesägt und schließlich den unteren Ausleger ein paar Millimeter tiefer gesetzt. Der Ausleger für das Tragseil Ist nun eine ganze Etage weiter runter gewandert. Das ganze habe ich verlötet und sieht fertig so aus:

 

 

Ist zwar sicherlich keine Optische "1", aber es geht natürlich auch um die Funktionalität und außerdem liegt dieser Bereich ja weitgehend unter der Brücke.

 

Dann musste der Fahrdraht zusammengestaucht werden. Die Verbindung zwischen Fahrdraht und Tragseil habe ich gekappt und passend gekürzt. Anschließend wieder verlötet. So viel zu der Problematik, man könne Viessmann Oberleitung nicht löten, wie ich kürzlich in einem Forum gelesen habe.

 

 

Schließlich habe ich die Masten aufgestellt und die Brücke wieder drüber gelegt. Der innere Bogen ist nun fertig, der Äußere folgt später, wenn ich wieder Streckenmasten geordert habe.

 

 

 

 

Und schon kann der Cantus Triebwagen seine Fahrt unter Draht starten.

 

 

22. September 2010

 

Nach der Sommerpause, in der die Gartenbahn Vorrang gehabt hat, habe ich mich wieder der Elektrifizierung gewidmet. Ich habe mir auch gestern und die Tage davor neue Oberleitungsmasten gegönnt, damit ich wieder ein großes Stück elektrifizieren kann. Unter anderem dabei Betonmasten und Brückenmasten.

 

 

Mit der Oberleitung geht es nun aber an einem ganz anderen Eck weiter: Und zwar im Bereich der Bahnhofsausfahrt Niedlingen, wo der Steigungsabschnitt beginnt. Warum ich mich nun diesem Anlagenteil gewidmet habe liegt daran, dass ich bereits begonnen habe den Bahndamm mit Pappe und Gips zu modellieren (siehe Thema Anlagenumbau). Da die Oberleitungsmasten einen festen Untergrund benötigen, um stabil zu stehen (Gips genügt da nicht), empfiehlt es sich die Masten auf Holzpfeiler zu setzen. Um sich eine spätere Abrissarbeit zu ersparen, ist es natürlich sinnvoll, die Masten vor dem Eingipsen aufzustellen.

 

Zu Beginn zwei Bilder des heute fertig gestellten Werkes:

 

 

 

Das ist meine Unterkonstruktion zur Fixierung der Masten. Da jeder Holzpfeiler eine andere Höhe hat, muss man immer wieder Sägen und Schleifen, was natürlich Zeit kostet.

 

 

Einen ganz neuen Masttyp habe ich ab dem Abspannmast eingesetzt. Es folgen nun Betonmasten. Und damit nicht genug kommt gleich noch eine neue Masthalterung mit ins Spiel: Der Viessmann Brückenmast 4129. Die Kenner wissen, dass da eigentlich ein Gittermast mitgeliefert wird, aber dank der guten Viessmann Technik, lässt sich der Gittermast gegen einen aufzuschiebenden Betonmast ersetzen. Den Gittermast kann man als normalen Streckenmast mit dem frei gewordenen Grundträger vom Betonmast weiterverwenden.

 

Übrigens habe ich keine Ahnung, ob so ein Oberleitungsmast beim Vorbild an einer Brücke befestigt wird (unterhalb des Mastfußes ist sozusagen "Nichts"), aber es ist auf jeden Fall einfach zu montieren und erfordert keine zusätzliche Bastelei. Daher wird jede Kritik in diese Richtung abgelehnt ;-)

 

 

Noch zwei Bilder aus der Lokführerperspektive.

 

 

 

Sehr interessant wird die Elektrifizierung der Bogenbrücke. Wo ich da einen Mast anbringen soll und wie ich den Fahrdraht durchführe weiß ich noch nicht.

 

 

23. September 2010

 

Heute habe ich ein weiteres kleines Teilstück mit Oberleitung versehen. Vom Innenbogen der Bogenweiche aus bis zum Bahnsteiganfang.

 

 

Da die Signalbrücke niedriger hängt, als das Tragseil der Oberleitung es eigentlich an Höhe erfordert, musste ich die Oberleitung in diesem Bereich wieder stauchen (ähnlich wie unter der Eisenbahn Bogenbrücke, siehe 6. Mai 2010).

 

 

Und das nächstes kleinere Problem: Gerade an der Stelle, wo sich auf beiden Gleisseiten ein Bahnsteig befindet, muss ein Mast aufgestellt werden. Es gibt natürlich mehrere Optionen: Rohrausleger, Mast am Inselbahnsteig, Mast am Hausbahnsteig...

 

 

Nach etwas überlegen habe ich mich für die Option "Mast am Hausbahnsteig" entschieden. Dazu habe ich ein passendes Loch in den Bahnsteig gebohrt. Den Mast habe ich wie sonnst auch mit dem Grundträger auf der Anlagenplatte verschraubt. Ein kleines Stück vom Betonsockel habe ich weggeschliffen, da dieser sonnst zu hoch für die Unterkante des Bahnsteigs gewesen wäre. Die Halterungsimitationen habe ich vorher entfernt und schließlich auf den Bahnsteig geklebt. So ist dieser Mast - wie ich finde - prima in den Bahnsteig integriert.

 

 

Im Außenkreis habe ich auch noch zwei weitere Masten aufgestellt sowie im Innenkreis Gips aufgetragen, diesen Braun angemalt und Gras gesät.

 

 

5. November 2010

 

Nach langer Pause habe ich wieder einige Oberleitungsmasten aufgestellt. Nun ist der Abschnitt von der Bahnhofseinfahrt Mittelstadt bis zum Beginn der Rampe elektrifiziert.

 

 

Auch hier musste ich die Masten auf Holzklötze setzen, da die Strecke an Höhe gewinnen muss.

 

 

 

Das Radspannwerk führt den zweiten Fahrdraht für die Weiche herbei.

 

 

 

Da nun der Gleiszwischenraum mit den Masten fertig bestückt ist, konnte ich ihn schließlich auch eingipsen.

 

 

7. März 2011

 

Die Elektrifizierung geht weiter - Das zweite Gleis bekam im Bereich der Brücke auch seine Oberleitung, wie auch schon beim anderen Gleisen in niederer Ausführung mit zusammengestauchtem Fahrdraht.

 

 

 

 

Für den Abzweig zu Gleis 1 im Bahnhof Mittelstadt habe ich Streckenmasten mit Doppelausleger aufgestellt, die den neuen Fahrdraht einfädeln. Das Radspannwerk steht auch schon, nur habe ich keinen Fahrdraht zum Abspannen mehr.

 

 

Nun ist der Rest der Brücke dran. Doch gleich bin ich auf ein Problem gestoßen: Die quer verlaufenden Brückenträger kreuzen den Fahrdraht und müssten somit isoliert werden.

 

 

 

Nach langem überlegen habe ich mich dazu entschlossen, wie auch unterhalb der Brücke, eine gestauchte Oberleitung zu verbauen, das Tragseil wird also niedergedrückt und der gesamte Fahrdraht um einige Millimeter abgesenkt.

 

 

 

Da sich ein Ausleger innerhalb der Brücke jedoch direkt neben einem Träger der Brücke befindet, habe ich ihn dort angeklebt.

 

 

Der restliche Brückenabschnitt kann mit normal hoher Oberleitung mit an den Brückenteilen angeklipsten Betonmasten ausgeführt werden.

 

 

 

Da ich in den Tunnel von der Höhe her nicht die samt Gleis fertig montierte Oberleitung hineinschieben konnte, musste ich etwas vom Tunnelportal wegschneiden. Ich werde dann wie auch im unteren Bereich ein schöner aussehendes Noch Tunnelportal einsetzen.