BR 601 (VT 11.5) von Roco

Den aus der damaligen Roco Startpackung Nr. 41260 stammenden VT 11.5 "TEE" habe ich mit Licht & Sound sowie einem Antrieb im eigentlich antriebslosen zweiten Triebkopf "aufgemotzt", so dass daraus nun ein ziemlicher Leckerbissen geworden ist. Die einzelnen Arbeitsschritte möchte ich gerne hier vorstellen.

Für mich war klar, dass der antriebslose Triebkopf auch einen Antrieb erhalten muss. Alles andere hat für mich keinen Sinn gemacht. Also habe ich mir noch das vierteilige Set Nr. 63098 ersteigert um eine andere Betriebsnummer für den angetrieben Triebkopf zu erhalten. Die beiden Wagen, den antriebslosen Triebkopf sowie den antriebslosen Triebkopf aus 41260 nach Hütchentausch mit 63098 konnte ich noch gut verkaufen, so dass mich der Antrieb gerade mal 25 Euro gekostet hat. Hier sieht man oben den angetrieben Triebkopf und unten den antriebslosen Triebkopf aus 41260. Mit Ausnahme des Chassis beide Baugleich, so dass ein Hütchentausch ohne Probleme funktioniert. Man muss nur drauf achten, dass beide Triebköpfe den fünfpoligen Motor in der neuen Ausführung haben. Bei ebay gibt es natürlich wahnsinnig viele Angebote mit dem alten TEE.

Für den Betrieb auf meiner Mittelleiteranlage habe ich einem Mittelwagen noch einen Mittelschleifer spendiert. Hierzu kommt der kurze Roco Flüsterschleifer Nr. 40500 zum Einsatz. Damit ich den TEE auch auf dem Forumbahn Treffen einsetzen kann wird ein Messingplättchen mit dem Anschlusskabel versehen, so dass ich den Mittelschleifer auch abschrauben kann.

Anschließend wird der Mittelschleifer auf dem Metallplättchen festgeschraubt.

Für die elektrische Verbindung sorgt die sechspolige trennbare stromführende Kupplung von digital-bahn.de. Im Set ist die kurze Kupplung für den angetriebenen Triebkopf glücklicherweise zwei mal enthalten, denn die Kupplungsaufnahme beim antriebslosen Triebkopf wird, wie bei den Mittelwagen, mit einer langen Kuppelstange hergestellt. Und die bringt mir in dem Fall dann nichts.

Die Kupplungen werden einfach zusammen gebaut und mit sechs unterschiedlich farbigen Kabeln belegt.

Damit der Kabelbaum genug Platz hat muss am Wagendrehgestell ein Plastikstück entfernt werden.

Anschließend können die beiden Kupplungen in jedem Wagen eingebaut werden und der Kabelbaum gezogen werden. Vier Leitungen werden direkt 1:1 durch verbunden, zwei Leitungen werden für die Innenbeleuchtung heraus geführt. Damit die Wagen auch sicher in den Gleisen liegen habe ich die nutzlosen Kunststoffgewichte entfernt und Bleikugeln eingefüllt. Mit einem Leim-Wasser-Gemisch werden sie fixiert. Im Wagen mit dem Mittelschleifer müssen noch ein paar mehr Kugeln eingefüllt werden, damit der Schleifer den Wagen bei Weichen nicht aus den Schienen hebt.

Inneneinrichtung drauf und erstmal fertig...

Bei den Triebköpfen muss noch ein wenig nachgearbeitet werden. An der Platine der Kupplung muss hinten minimal Material abgetragen werden, ansonsten stößt die Platine am Drehgestellmaterial an und hat nur einen geringen Knickwinkel.

Nach der Bearbeitung wird der Winkel deutlich größer.

Auch muss am Chassis etwas Material entnommen werden, weil durch die Breite der Stecker und Buchse stoßen diese am Chassis an und schränken ebenfalls den Winkel ein. Diese Arbeiten muss man natürlich bei Bedarf ausführen. Bei meinen engen Radien von bis zu 360 mm waren die Veränderungen jedoch notwendig. Später sieht man von Außen aber nichts mehr.

Auch hier ergibt sich nun ein größerer Winkel.

Selbstverständlich muss der TEE auch eine Innenbeleuchtung erhalten. Dazu habe ich in bewährter Weise auf das LED Band zurück gegriffen, das man sehr günstig bei ebay erwerben kann.

Die Anschlusslitzen werden außerhalb der Inneneinrichtung zum Dach geführt.

Somit bleibt die Inneneinrichtung abnehmbar und die Anschlussleitungen stören nicht das Sichtfeld.

In den beiden Triebköpfen muss auch noch beleuchtet werden. Zum einen sorgt eine Führerstandsbeleuchtung für die nötige Helligkeit bei Dunkelheit wenn der Tf mal etwas in seinem Rucksack sucht. Dazu wird etwas Alufolie in dem Abschnitt aufgeklebt um ein Durchscheinen durch das in diesem Bereich etwas dünnere Dach zu vermeiden.

Mit Revell Farbe wird die Alufolie farblich kaschiert und eine SMD LED Baugröße 0603 eingesetzt.

Da im hinteren Teil des Triebkopfes auch noch Sitzplätze angedeutet und Fenster vorhanden sind, sorgen ebenfalls SMD LED Baugröße 0603 für die punktuelle Beleuchtung.

So schaut das ausgerüstete Dach fertig aus.

Nun müssen noch das Spitzensignal und Schlusslicht auf LEDs umgestellt werden. Dazu wird vom Lichtleiter das obere Spitzenlicht abgetrennt und in die Aufnahme ins Gehäuse einzeln geklebt.

Die unteren Lampen haben bereits integrierte Lichtleiter. Hier werden hinter die inneren großen Scheinwerfer die weißen LEDs und hinter die äußeren kleineren Lampen die roten LEDs geklebt.

An einer Platine werden die dünnen Kupferlackdrähte aufgenommen und führen als Litzen weiter. Außerdem werden hier direkt die Widerstände integriert.

Nun muss das ganze Ensemble verdrahtet werden. Dazu wird in jeden (!) Triebkopf ein eigener ESU LokSound 5 Decoder eingebaut. Da auf dem ESU Soundprojekt bereits zwei Soundkanäle für Motor 1 und Motor 2 vorhanden sind, muss lediglich beim Triebkopf 1 der Motor 2 auf 0 % Lautstärke gestellt werden und beim Triebkopf 2 der Motor 1. Wenn Motor 1 gestartet wird läuft im Triebkopf 2 der Motor 1 somit auch mit, so dass die Anfahrverzögerung optimal an den Triebkopf 1 angepasst ist. Nur hören tut man vom Triebkopf 2 nichts.

Eine kleine Platine dient als Kabelverteiler. Mit einem Mikroschalter kann zwischen AC und DC Betrieb umgeschaltet werden.

Für den nötigen Klang sorgt ein Zimo LS40X20X09 Rechteck-Lautsprecher. Mit Schrumpfschläuchen können die Kabel sauber verlegt werden.

Werden zwei eigene Sounddecoder eingesetzt ergibt sich ein ganz interessantes Soundverhalten. So habe ich die beiden Triebköpfe so programmiert, dass stets nur beim in Fahrtrichtung vorderen Triebkopf das Horn ertönt. Die Zufallsgeräusche werden natürlich auch völlig unabhängig von beiden Fahrzeugen abgespielt und auch der Schaffnerpfiff ist nur am im Fahrtrichtung vorderen Triebkopf zu hören. Weiterhin habe ich mir eine kleine Spielerei erlaubt und die Decoder so programmiert, dass wenn nur einer von beiden Dieselmotoren eingeschaltet ist, der Zug nur 80 % seiner Höchstgeschwindigkeit erreicht und 50 % länger zum Beschleunigen benötigt, weil er eben nicht seine volle Leistung bringen kann.

Im Führerstand herrscht noch gähnende Leere, die daher kommt dass eine Inneneinrichtung fehlt. Daher habe ich mit Sven Skrabal Kontakt aufgenommen, der mir nach meinen Vorgaben eine Inneneinrichtung in 3D gezeichnet und gedruckt hat.

Sie kann farblich mit Revell Farben etwas nachbehandelt werden.

Schließlich kann der Lokführer Platz nehmen. Zuvor muss aber in der Fensterfront eine Aussparung gefräst werden.

Nachdem alle Arbeiten erledigt sind kann der VT 11.5 in Betrieb gehen.

Spitzensignal:

Schlusslicht:

Innenbeleuchtung:

Führerstandsbeleuchtung:

Weitere Bilder gibt es selbstverständlich in der Bildergalerie.