NGT8 von Halling

 

 

Ein Umbau am NGT8 von Halling war für mich unumgehbar, denn das Modell kommt komplett ohne Beleuchtung in den Verkauf und gerade eine Straßenbahn hat ja doch recht viele Lichtfunktionen. Außerdem muss ein Digitaldecoder eingebaut werden.

 

Doch viel wichtiger war zuerst einmal ein Umbau des Faltenbalgs, damit das Modell überhaupt auf meiner Straßenbahnstrecke fahren kann. Halling führt den Faltenbalg immer als ein Kunststoffteil aus, der mit einem Wagenteil verbunden ist, in diesem Fall mit dem Mittelwagen. Bei Kurvenfahrt wird der Faltenbalg in den Endwagen geschoben, daher gibt es Führungsrillen am Dach und Boden. Leider ist durch diese Konstruktion kein enger Bogen befahrbar. Die Grenze liegt bei etwa 250 mm. Für einen Bogen auf meiner neuen Trasse ist dies leider nicht genug, daher habe ich mir aus Papier einen Faltenbalg gebastelt, wie es oft gezeigt wird und auch von der Firma Hödl beschrieben wird.

 

 

Der Faltenbalg wird aus grauem Kartonpapier gefaltet.

 

 

Ich habe an beiden Seiten den Balg auf eine Polystyrolplatte aufgeklebt. Diese Platte wird nach allen Arbeiten mit dem Gehäuse verklebt.

 

 

So sieht das Ergebnis aus, zwar wird der Balg immer unregelmäßige Lücken zwischendrin haben, aber im Großen und Ganzen gefällt mir das Ergebnis sogar besser, als die Originallösung.

 

 

Nun gibt es bei Kurvenfahrt keine Probleme mehr.

 

 

Die Führungsrillen am Dach werden mit einer dünnen grau lackierten Polystyrolplatte abgedeckt (Bild folgt noch).

 

Nun können die Arbeiten für die Beleuchtung starten. Folgende Lichtfunktionen können später geschaltet werden:

- Lichtwechsel weiß/rot (da der NGT8 von Frankfurt ein Zweirichtungsfahrzeug ist, muss ein Lichtwechsel an beiden Endwägen vorhanden sein)

- Blinker rechts/links

- Innenbeleuchtung

- Zugzielanzeige

 

Am einfachsten lässt sich der seitliche Blinker realisieren. Es werden oben und unten des Drucks zwei kleine Löcher für den Lackdraht gebohrt, an den die gelbe 0603er SMD LED angelötet wird. Nun müssen nur die Drähte durch die Löcher geführt werden und schon ist die LED an ihrem Platz befestigt.

 

 

 

Das obere Spitzenlicht kann man leider nur auf dem Gehäuse platzieren, es lässt sich als nicht ohne weiteres in das Gehäuse versenken, denn direkt hinter dem Spitzenlicht liegt viel Kunststoff und danach kommt man an der Oberkante des Daches raus. Man somit zum Löcher bohren den Bohrer schräg ansetzen, so dass das Loch schließlich im Gehäuseinneren endet und sich die Drähte durchziehen lassen.

 

 

Die unteren Leuchten sind sicherlich eine Herausforderung. Zum einen sind alle Lampen nur aufgedruckt, Lichtleiter sind nicht vorhanden. Es gibt nun zwei Varianten: Die optisch hässlicheres wäre die LEDs auf das Gehäuse setzen. Die optische schönere aber etwas aufwendigere ist die LEDs innen zu befestigen. Das bedeutet aber, dass die Lampenaufdrucke aufgebohrt werden müssen. Ich habe mich für diese Lösung entschieden und Griff auch gleich zum Bohrer:

 

 

Für den Blinker und das Schlusslicht ist ein 0,5 mm Bohrer erforderlich, für das Spitzenlicht ein 1,0 mm Bohrer. Innen müssen auch Gratreste entfernt werden, das Loch muss einwandfrei sein, denn bei dem geringen Durchmesser würde geringste Kunststoffrückstände den Lichtfluss behindern.

 

 

Die LEDs werden schließlich eingepasst und auf dem Kunststoff mit Revell Plastikkleber befestigt.

 

 

Selbstverständlich hat man später natürlich keinen punktuellen Lichtaustritt. Die LEDs strahlen natürlich schon ein wenig zum anderen Lichtaustritt rüber. Aber dies lässt sich nicht vermeiden und so genau sieht man das später auch nicht.

 

Zur Verschönerung der Löcher an der Front habe ich überlegt einen Lichtleiter einzusetzen. Aber das wäre mir zu popelig gewesen. Ich denke, dass ich das weiße Innere des Lichtkanals mit einem dünnen schwarzen Folienstift bemalen werde und die Räder etwas nachfahren werde. Aber ansonsten habe ich keine weitere Kosmetik vor, denn bei eingeschalteter Beleuchtung fällt diese kleine Unschönheit nicht wirklich auf.

 

Die Verdrahtung sieht folgendermaßen aus: Einer der beiden Kupferlackdrähte für das obere Spitzenlicht wird zum Decoderanschluss geführt, der andere Draht wird mit den unteren beiden LEDs verbunden, so dass die drei LEDs in Reihe geschaltet sind.

 

 

Die Lackdrähte zu den unteren Lichtern werden am Fensterrahmen des Führerstandes hinabgeführt und mit Tesafilm befestigt. So sind die Drähte von außen nicht sichtbar.

 

 

Damit die LEDs nicht in den Innenraum strahlen habe ich diese mit etwas Klebeband abgedeckt, was ich anschließend schwarz angemalt habe.

 

 

Als nächstes ist der Zugzielanzeiger an der Reihe. Die Straßenbahn besitzt je Endwagen zwei seitliche Anzeiger und einen Frontanzeiger. Für die Seitenanzeiger kommen 20 x 5 mm große Flächen LEDs zum Einsatz. Das Zielschild "1 Mittelstadt Hbf." habe ich auf Folie gedruckt und auf die LED aufgeklebt. Da der Zielanzeiger etwas schmäler als 20 mm sind, wird dieser Bereich der LED mit schwarzer Farbe bemalt, so dass dort kein Licht austritt. Außerdem wird die komplette LED mit schwarzer Farbe bemalt, so dass diese nicht so sehr auffällt.

 

 

Die beiden seitlichen Anzeiger habe ich mit dünnem Doppelklebeband eingesetzt.

 

 

Fertig sieht das so aus:

 

 

Für den Frontanzeiger benötigt man eine 15 x 5 mm große Flächen LED. Da ich so eine nicht gefunden habe, habe ich mir aus drei Stück 5 x 5 mm großen LEDs eine Fläche zusammengesetzt. Auch diese LED wird komplett schwarz angemalt und die Zielfolie vorne aufgeklebt.

 

 

Die Innenbeleuchtung ist diesmal nicht selber gebaut. Ich habe noch vom 5 m LED Streifenband genug über gehabt, so dass ich daraus die Beleuchtung gebastelt habe. Da man die Streifen immer nur nach 3 LEDs teilen kann, doch für den Endwagen exakt 5 LEDs erforderlich sind, musste ich nun mal nach 5 LEDs teilen und habe den einen Anschluss für die 2 LEDs mit einer Litze hergestellt.

 

Die Widerstände für die LEDs habe ich alle in den Endwagen integriert. Im Türbereich befinden sich in den Schrumpfschläuchen ebenfalls noch zwei Widerstände.

 

Fertig sieht der Endwagen nun so aus:

 

 

Der Mittelwagen ist wenig aufwendig. Es muss nur der Decoder eingebaut werden, sowie eine Steckleiste für das elektrische Trennen von Chassis und Gehäuse.

 

Halling hat hier wirklich gut vorgesorgt und einen Hohlraum für den Decoder ausgespart. Ich habe mich für den Zimo MX630 entschieden, da dieser bereits sechs verstärkte Funktionsausgänge hat. Beim ESU LokPilot hätte ich die wieder erst nachrüsten müssen. Der Kabelbaum wird halbiert, so dass über jedes Drehgestell etwa gleich viele Litzen führen und die Beweglichkeit gewährleistet ist.

 

Die Anschlüsse vom Motor und den Radschleifern müssen natürlich aufgetrennt werden und separat zum Decoder geführt werden.

 

 

Nachdem die Inneneinrichtung wieder aufgesetzt ist, sieht das ganze so aus. Wirklich ordentlich verstaut.

 

 

Da der Decoder im Chassis eingebaut ist, müssen wieder Miniaturstecker her, damit die Lichtfunktionen für eine Abnahme des Gehäuse getrennt werden können. Ich hätte natürlich auch die Litzen ausreichend lang machen können, aber ich meine das Kabelsalat schlimmer aussieht, wie ein Stecker, denn sehen wird man die Kabelverbindungen sowieso.

 

Somit ist auf beiden Seiten ein vierpoliger Miniaturstecker aufgeklebt (auf einer Seite werden nur drei Pins genutzt), der leicht abgewinkelt wurde (senkrecht hätten die Stecker das Dach und damit die Innenbeleuchtungsplatine berührt). Es ist auf jeden Fall sinnvoll die Buchse auf die Inneneinrichtung zu kleben, denn da die Steckerlitzen auch nicht sonderlich lang sein sollen (sonst sieht man ja wieder Kabelsalat) wird es später eine Herausforderung sein, den Stecker mit der Pinzette einzuführen. Da ist man schon dankbar, wenn zumindest die Buchse festhält.

 

 

Die drei Gehäuseteile bilden elektrisch eine feste Einheit. Ich habe dort keine Miniaturstecker verbaut. Da der Faltenbalg sowieso festklebt werden muss, ist dies auch nicht weiter tragisch.

 

Ich habe im Mittelwagen auf beiden Seiten eine dreipolige Platine aufgeklebt, dort kann ich die von den beiden Endwägen kommenden Kupferlackdrähte auflöten. Außerdem können die Buchsen mit Litzen eingelötet werden.

 

 

Ein elektrischer Übergang sieht wenn's fertig ist so aus:

 

 

Am Ende hat man dann ein dreiteiliges Gehäuse mit viel Elektrik vor sich liegen:

 

 

Die nun folgende Arbeit ist auf jeden Fall nochmal knifflig: Das Gehäuse mit dem Chassis zu verbinden und dabei die beiden Stecker in die Buchsen zu popeln. Aber irgendwann hat man es geschafft, das Modell ist fertig umgebaut und kann eingesetzt werden.

 

 

 

 

 

 

Von außen sieht man natürlich die Miniatursteckverbindung, aber dies lässt sich einfach nicht vermeiden. Dafür sind die Endwägen frei von Kabelsalat, da alles unterm Dach ist und man dies nur sehen kann, wenn von unten ins Modell schaut. Und das gelingt wohl doch nur den Preiserleins und nicht einem Anlagenbesucher.

 

 

Ein Überblick über die Beleuchtung:

 

Spitzensignal weiß:

 

 

Schlusslicht rot:

 

 

Blinker beidseitig:

 

 

Zugzielanzeige:

 

 

 

Nun fehlen noch ein paar Fahrgäste und natürlich der Fahrer. Vor allem im Endwagen war die Platzierung der Figuren relativ schwierig, da die Sitze halb abgesägt sind. Ich habe daher auch die Figuren halbiert und hoffe, dass diese doch etwas eigenartige Optik nicht zu befremdlich wirkt. Die sitzenden Fahrgäste sind, wie bei mir üblich, billige Figuren von Ebay. Ich bin nun mal der Meinung, dass man Figuren im Inneren eines Modells nicht so genau wahrnehmen kann, vor allem wenn der Zug fährt. Und weil man bei den Figuren sowieso Körperteile amputieren muss ist mir eine Preiser Figur dafür einfach viel zu schade.

 

 

Der Fahrer ist jedoch von Preiser, einfach auch deswegen, weil es eine doch markante Figur ist, auf die man gerne mal einen genaueren Blick wirft.

 

 

Weitere Bilder gibt es selbstverständlich in der Bildergalerie.

 

Der Umbau folgt auf eigene Gefahr! Ich übernehme keine Haftung bei Schäden!