Die Flirt-Reihe von Liliput - Moderner Triebwagen mit moderner Technik in 1:87

Erster Eindruck

Der Triebwagen wird in einer Blisterverpackung geliefert. Dort liegt der Triebwagen durch mehrere Schaumstoffklötze sicher verpackt.

Die beiden Endwagen sind von den beiden Mittelwagen getrennt, so dass man die Wagen erstmal ankoppeln muss.

Im Gegensatz zu anderen Wagen ist das bei einem Triebzug mit Jakobsdrehgestellen allerdings etwas anders: Zum einen muss die 11-polige elektrische Verbindung sichergestellt werden, zum anderen muss man die Schrauben reindrehen und am besten noch den ganzen Zug halten, damit er nicht umkippt...

Trotzdem habe ich es aber geschafft, war allerdings froh, nicht eine fünfteilige Version gekauft zu haben.

Schließlich kann man den Triebwagen auf die Gleise stellen und ich bin hellauf begeistert. Er ist wirklich sehr gut detailliert.

Details

Die Drehgestelle sind etwas flach und wirken etwas mager. Das ist aber auch das einzigste Manko am Triebwagen.

Ein Detailbild der Türe.

Wenn man den Führerstand abnimmt, der an der Unterseite mit einer Schraube befestigt ist, kann man die LEDs erblicken: 3 Weiße und 2 rote SMD LEDs sorgen für das Spitzenlicht und das rote Schlusslicht und zwei gelbe LEDs beleuchten den Zugzielanzeiger. Der Führerstand ist mit einer Inneneinrichtung versehen.

Die Scharfenbergkupplung entspricht sehr gut dem Vorbild und unterscheidet sich wie beim Vorbild von der Schweizer Version. Denn bei der Schweizer Version des Flirt ist eine FK-15-10 Kupplung der Schwab Verkehrstechnik AG verbaut, die Liliput beim SBB Flirt aber auch sehr gut umgesetzt hat.

Eine Mehrfachtraktion ist nicht vorgesehen. Die Kupplung ist starr, was sich aber besser auf das Erscheinungsbild auswirkt.

Der Stromabnehmer ist zwar farblich nicht korrekt, aber ist sehr schön ausgeführt.

Auch auf der Dachpartie, die bei einem Elektrotriebwagen doch sehr ausschlaggebend ist, finden sich alle Bauteile korrekt ausgeführt wieder.

Technik

Die Bauteile haben sogar eine Funktion: Unter ihnen verbergen sich Schalter, eine Schallkapsel für einen Lautsprecher und die mtc Schnittstelle, die in der AC Version mit einem vollwertigen ESU LokPilot bestückt ist.

Mit den Schaltern kann man folgende Einstellungen vornehmen:
links oben: Innenbeleuchtung dauerhaft an / schaltbar
links unten: Stromabnahme Oberleitung / Unterleitung
rechts oben und unten: Stromabnahme von beiden Schleifern / nur vom vorderen Schleifer (bei der DC Version ist hier nur ein Schalter)

Nach der Abnahme des Gehäuses kann man einen Blick auf die komplette Platine werfen: Hier sieht man auch das Relais für die fahrtrichtungsabhängige Stromabnahme, welches auch unter einem Kasten auf dem Dach versteckt ist.

Noch ein Blick auf den Decoder. Unterhalb dessen sieht man zwei Lötbrücken. Eine von den beiden muss verlötet sein: bei AC J1, bei DC J2. Dies wurde ab Werk vergessen. Bei AC ist es kein Problem, außer man betreibt Kontaktgleise. Denn mit der Kontaktbrücke wird von der einen Radseite entweder Masse oder Bahnstrom abgenommen. Der Flirt kann somit theoretisch auch auf DC Gleisen fahren, nur bei Weichen würde es Probleme geben.

Übrigens ist der Triebwagen mit 2 kompakten Motoren ausgestattet! Vorbildlich besitzt jeder Endwagen einen Motor, der seine Kraft auf das Enddrehgestell überträgt. Der Motor sitzt genau in dem Bereich, der keine Fenster hat. Der komplette Triebwagen kann somit durch die Fenster ohne störende Bauteile durchblick werden. Das ist auch sehr selten der Fall.

Die Fahreigenschaften sind sehr gut, die Endgeschwindigkeit (beim Vorbild 160 km/h) ist aber deutlich zu hoch. Lediglich beim Anfahren macht der Zug einen kleinen Sprung (ca. 1 cm).

Die Innenbeleuchtung wird mit 4 gelben LEDs je Wagen betrieben. Sie leuchtet allerdings relativ dunkel. Ich mag es ja lieber etwas heller. Mit weißen LEDs wäre man hier viel besser bedient.

Auch die seitlichen Zugzielanzeiger sind beleuchtet, sie werden von der Innenbeleuchtung angestrahlt.

Um das Problem der zu dunklen Innenbeleuchtung zu umgehen, habe ich nachträglich die gelben LEDs ausgelötet und weiße LEDs eingelötet. Das Ergebnis ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Unterschied wie Tag und Nacht. Außerdem habe ich den Klarsichtstab weggelassen, der wohl als Lichtstreuung dienen sollte. Ich bin der Meinung, dass dadurch das Licht noch mehr abgeschwächt wurde.

Im direkten Vergleich: Links die neue Beleuchtung und rechts die alte Beleuchtung.

Auch die Spitzensignale leuchten nicht allzu hell, was aber auch an der Lichtleiterkonstruktion liegt. Leider wurden sehr kaltweiße Typen verbaut, so dass ein starker Blaustich zu verzeichnen ist. Ich habe im Nachhinein warmweiße LEDs eingebaut. Das Ergebnis mit den neuen LEDs sieht man auf dem rechten Bild.

Fazit

Der FLIRT ist einfach das technisch beste Modell, dass ich je gesehen habe. Die gesamte elektrische Verarbeitung ist 1A. Das einzige Manko ist die etwas zu dunkle Beleuchtung und die flachen Drehgestellblenden. Aber durch die restliche sehr gelungene Optik kann man sehr gut darüber hinwegsehen. Dem Modell liegt eine Ersatzteilliste bei, sowie eine Anleitung und sogar ein kompletter Schaltplan.

Bitte beachten Sie, dass nachfolgende Informationen mit der Zeit veralten.

Da in der Anleitung von den Nummer 133980 bis 133999 die Rede ist, lässt sich auf insgesamt 10 Versionen hoffen.

Noch eine Information zu den beiden bereits ausgelieferten Versionen:

Die SBB Version ist die S-Bahn Basel Zweisystemvariante, also mit 2 Stromabnehmern einmal mit schmalem (SBB) und breitem (DB) Schleifstück (SBB). Sie war eine einmalige Auflage, schnell vergriffen und wird nicht mehr produziert. Die Cantus Version dagegen ist im Standardprogramm.

Momentan ist als Neuheit eine weitere SBB Version angekündigt und ein dreiteiliger Flirt der Berchtesgadener LandBahn.

Lesen Sie hierzu auch

Bilder