Die G 1700 von Piko - Kieler Power zum Schnäppchenpreis?

 

 

Erster Eindruck

 

Piko erweitert sein Hobbysortiment von Jahr zu Jahr. Begonnen mit der BR 218 und dem Taurus, gab es danach die BR 189, erst kürzlich das Modell des ER 20 sowie des ICE 3. Und schon wieder ist ein neues Modell auf dem Markt: Die G 1700. Diese Lok ist eine Diesellok des Herstellers MaK (Maschinenbau Kiel) und wird im Rangierdienst eingesetzt, vorwiegend von Privatbahnen. Das Modell gibt es seit einigen Wochen als SBB Cargo Version (etwas geänderte Front) und seit einigen Tagen (Datum der Verfassung: 16.10.2008) als Version der MWB in attraktiver blauer Lackierung. Ich habe dieses frisch erschienene Modell unter die Lupe genommen.

 

Die Lok wird im Piko Standardkarton mit Plastikeinlage geliefert. Bringt nicht viel Schutz, es lag schon ein loses Fensterteil neben dran, dies konnte ich aber wieder einkleben. Gerade im Bereich der filigranen Geländer hätte man für diese Lok wenigstens einen Styroporeinsatz konstruieren sollen. An Papierkram erhält man eine Beschreibung für Lok und Decoder.

 

 

 

Details

 

Die Frontpartie um die Kupplung ist für Hobbyverhältnisse gut. Ein paar Details der Originalkupplung sind nachgebildet. Darunter liegt der NEM Schacht für die Aufnahme einer besseren Kupplung als der Bügelkupplung. Obwohl sowohl bei Taurus und BR 189 die Kupplung Probleme machte, da sich durch die fehlende KKK die Puffer verhakten, gibt es diesmal keine Probleme. Mit der Roco Universalkupplung verkeilt sich im 360 mm Radius bei Schub und Zug von 1:100 Reisezugwagen nichts. Als I-Tüpfelchen kann der Bastler natürlich eine Digitalkupplung anbringen, dies werde ich auch noch nachholen.

 

 

Lediglich der gelb/schwarze Warnanstrich wurde im Bereich der Kupplungen vernachlässigt.

 

 

Die Drehgestelle sind wie bei den anderen Hobbyloks bedruckt, nicht graviert und weisen keine Fehler auf.

 

 

 

Am Tank finden sich alle Lokdaten wieder. Er ist sauber bedruckt.

 

 

Ein Blick in den Führerstand: Eine einfarbige Inneneinrichtung ist dort zu finden.

 

 

Die Lüfter am langen Vorbau sind nur eingraviert. Bewegliche Lüfterräder wie bei Mehano gibt es nicht, die Lok ist aber auch um einiges billiger.

 

 

Am Boden befindest sich noch ein Deckel:

 

 

Hier passt ein kleiner Lautsprecher hinein. Ist allerdings etwas sehr klein, es muss also ein kleiner Rechteckslautsprecher sein.

 

 

Technik

 

Nun ein Blick auf die Technik. Piko hat hier im Vergleich zu den anderen Hobbyloks gewaltig zugelegt. Man kann schon sagen, dass die Lok technisch auf dem Stand eines normalen Modells steht.

 

 

Auf dieser Platine sind Widerstände für die LEDs und der Schnittstellenstecker integriert. Nach rechts führt ein Kabelbaum...

 

 

... zum Decoder und vom Radschleifer und der anderen LED Platine. Der Decoder sitzt in einer passgenauen Haltevorrichtung. Das ist eigentlich schön und gut, nur wenn man den Decoder wechseln will, dann hat man ein Problem. ESU LokPiloten sind zu groß und passen nicht rein. Der Decoder muss dann auf dem Dach unterm Vorbau befestigt werden. Aber eigentlich hat es Piko mit einem Standard (kein Hobby) Decoder von Uhlenbrock gut gemeint. Der Decoder hat bereits SUSI Schnittstelle und mit dem bei Piko erhältlichen Soundkit kann die Lok auch gleich mit Sound ausgerüstet sein. Allerdings hat die Lok mit dem werksseitig eingebauten Decoder keine guten Fahreigenschaften. In den unteren Fahrstufen würgt der Motor sehr, die Lok fährt eigentlich erst mit einem kleinen Satz los. Außerdem "tuckert" der Motor gut zu hören vor sich hin. Also ein Fall für einen anderen Decoder: ESU LokPilot heißt wie immer die Lösung. Schon kann die Lok auf einmal auch langsam fahren und fährt annähernd lautlos. Der Motor ist ein kleiner Gleichstrommotor ohne Schwungmasse.

 

 

Die nächste Überraschung in Sachen Technik: LED Technik. Dies ist noch lange kein Standard bei Hobbyloks und wenn ich nun sage, dass sogar warmweiße LEDs eingebaut sind, dürfte es einigen die Sprache verschlagen. Selbst viele Hersteller mit Profimodellen bauen immer noch gelbe LEDs ein (so langsam hat es aber Gott sei dank klick gemacht...). Die 3 LEDs je Seite beleuchten die Lichtleiter ausreichend hell. Durchscheinen der LEDs gibt es nicht, das Gehäuse ist in diesem Bereich von innen geschwärzt. Rote LEDs sind nicht vorhanden, würde dann aber sicherlich den Preis sehr anheben, hat es Vossloh mit den Lichtern in einem kleinen Kasten nicht gerade leicht gemacht (aber ich knacke jedes Problem, siehe Umbaubericht).

 

 

Haftreifen hat die Lok nur diagonal versetzt an 2 Rädern je Drehgestell. Trotzdem kommt die Lok ohne Probleme über Doppelkreuzungsweichen und andere Gleisabschnitte.

 

Fazit

 

Die G 1700 von Piko ist ein überaus gelungenes Hobbymodell. Der Preis von 80 € (AC) und 60 € (DC) ist sehr verlockend und bietet auch gerade zur neu erschienen Mehano Lok eine Alternative.

 

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Bilder

Umbaubericht