Die G 2000 von Mehano - ein deutscher Diesel aus Osteuropa?

 

 

Erster Eindruck

 

Mehano ist ein slowenischer Spielzeughersteller der auch Eisenbahnen produziert. Neben der Hobby Line bietet er auch die Prestige Serie an, in der hochwertige Loks verkauft werden. Dieser G 2000 aus dem Conrad Angebot für 80 € soll nun unter die Lupe genommen werden. Unter anderem deswegen, weil es Gerüchte gibt, dass Conrad die Lok als B Ware verkauft.

 

Dieses Gerücht kann ich eigentlich schon gleich wiederlegen. Zumindest meine Diesellok ist keine B Ware. Die Lok ist ein normales runtergesetztes Conrad Angebot in der Mehano Prestige Qualität.

 

Die Lok wird in einem Karton geliefert, welcher ausreichend Styropor beinhaltet, damit die Lok bei den gewöhnlich schlecht verpackten Conrad Paketen sicher ankommt. Den Deckel kann man aufklappen. Dort erhält man einige Infos in mehreren Sprachen zu der neu erworbenen Lok. Die Lok wird seitlich herausgezogen. Der Styroporeinsatz hat dafür eine Art Griff.

 

 

Neben 2 Behältern mit Zurüstteilen kann man nun die Lok herausnehmen. Sie ist unheimlich filigran, so dass ich schon fast Angst hatte, diese überhaupt anzufassen. Überall angesetzte Griffstangen und viele Feinheiten.

 

 

 

Die Bedruckung - die ausschlaggebend war, dass das Modell B Ware sei - ist sauber gelungen. Ich konnte mit meinen Augen keine Fehler entdecken.

 

 

Details

 

An der Front hat die Lok angesetzte Scheibenwischer und Griffstangen sowie am Kupplungsbereich eine verkürzte Nachbildung der Bremsschläuche. Mit Hilfe des Zurüstbeutels kann man diese verlängern und in den Kupplungsbereich reinhängen lassen. Dann kann man die Lok allerdings nur als Vitrinenmodell nutzen.

 

 

Seitlich am unsymmetrischen Führerstand sind die Griffstangen bedruckt.

 

 

Interessant sind auch die Lüfter und das feine Lüftergitter. Die Lüfter lassen sich drehen, sie sind auf der Leiterplatte an einem kleinen Zapfen befestigt. Da unter diesen Zapfen Platz ist, könnte man vielleicht sogar ein extrem kleinen Motor anbringen und die Lüfter drehen.

 

 

Für den Decoder ist, neben dem Platz unter den Lüftern, im Tank ausreichend viel Platz. Sehr ungünstig ist allerdings die Kabelführung. Man muss die Kabel durch einen Schlitz nach oben zur Leiterplatte führen, vorbei an der Motorwelle und 2 Kabeln. Es ist nicht einfach den Schnittstellenstecker da durchzuquetschen.

 

 

Das Drehgestell gibt alle Bauteile korrekt wieder und sieht sehr hochwertig aus. Auch hier gibt es viele angesetzte Teile.

 

 

Technik

 

Nun ein Blick auf die Technik. Normalerweise wird die Lok mit einem Brückenstecker (DC) bzw. mit einem Fahrtrichtungsumschalter (AC) ausgeliefert. Somit kann man einen digitalen Fahrspaß nur haben, wenn man gleich einen Lokdecoder kauft. Auf den Bildern habe ich bereits solchen eingebaut.

 

 

Der Motor ist ein fünfpoliger Gleichstrommotor mit einer Schwungmasse. Er läuft sehr leise im Gegensatz zum Schleifer. Dieser klackert ordentlich über die Gleise. Ich werde mich noch damit befassen, ob es möglich ist einen Roco Flüsterschleifer anzubringen.

 

 

Stromabnahme hat die Lok nur diagonal versetzt an 2 Rädern je Drehgestell. Trotzdem kommt die Lok ohne Probleme über Doppelkreuzungsweichen und andere Gleisabschnitte.

 

Trotz den relativ großen Gewichts kann die Lok nicht viele Wagen ziehen ohne dass die Räder durchdrehen. Zwei Haftreifen befinden sich nur diagonal versetzt an den Inneren Rädern. Dadurch versagt die Lok mit einem 1,3 Meter Güterzug auf einer 6 % Rampe im 360 mm Bogen. Andere Loks machen das mit Leichtigkeit. Ein Austausch der äußeren Radsätze mit Haftreifen sollte hier Abhilfe schaffen.

 

Der Lichtwechsel erfolgt mit Leuchtdioden. Dafür ist auf jeder Seite unten eine Platine, die 2 gelbe und 2 rote LEDs trägt. Das obere Spitzensignal wird mit einer anderen kleinen gelben LED beleuchtet, welche auf der Hauptplatine angelötet ist. Im Umbaubericht können Sie nachlesen, was Sie an der Verdrahtung ändern müssen, damit sie die LEDs einzeln auf Führerstand 1 und 2 zuschalten können.

 

 

Der Lichtaustritt ist dank den Leuchtdioden und keinen langen Lichtleitern sehr gut. Auch das rote Schlusslicht leuchtet ausreichend stark.

 

 

 

Allerdings hat die Lok auch ihre Fehlerchen. Neben den kleinen aufgelisteten Fehlern gibt es auch einen mehr oder weniger großen Fehler: Das Durchscheinen der LEDs durch das Gehäuse.

 

Einmal leuchtet auf der Seite mit Laufsteg die rote LED seitlich durch das Gehäuse.

 

 

Dann im vorderen Bereich auch leichtes Durchscheinen.

 

 

Bei der oberen gelben LED leuchtet es ganz leicht durchs Gehäuse.

 

 

Leider noch ein Manko: Die Kupplungsaufnahmen haben keine Federn. Sie sind einfach nur festgeschraubt. Bei mir war es so fest, dass ich sie fast gar nicht bewegen konnte. Ich musste erst mal die Schraube etwas lösen. Die Kupplung kann nun bewegt werden. Gott sei dank nicht so leicht, dass sie im Betrieb hin- und herwackelt. Kupplungen sind werksseitig nicht dran. Im Zurüstbeutel gibt es 2 Bügelkupplungen und 2 Kupplungsabdeckungen fürs Vitrinenmodell. Auf den Bildern hat die Lok bereits eine nicht im Lieferumgang enthaltene Roco Universalkupplung.

 

Fazit

 

Die G 2000 von Mehano ist ein auf jeden Fall gelungenes Modell. Dieser osteuropäische Hersteller versteht zumindest sein Handwerk in seiner Prestige Serie. Gerade das verlockende Conrad Angebot von nur 80 € macht diese Lok natürlich sehr attraktiv. Wer allerdings kein Freund von vielen angesetzten leicht zerstörbaren Teilen ist, der sollte lieber die Finger von dieser Lok lassen.

 

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Bilder

Umbaubericht