Tischlampenbeleuchtung in einem Speisewagen

 

Für meinen IGE Sonderzug habe ich mir am 19.10.2010 einen Speisewagen gekauft. Dass der Roco Speisewagen natürlich nicht dem Vorbild entspricht (eigentlich sieht er so aus) ist mir klar, jedoch gibt es kein korrektes Modell, von daher bin ich diesen Kompromiss eingegangen, denn im Gesamtbild macht sich der Wagen sonnst nämlich sehr gut und mal Hand auf's Herz: Haben Sie den Zug so genau gekannt, bis Sie das hier gelesen haben?

 

Natürlich kann man einem Speisewagen in Sachen Beleuchtung etwas "mehr" spendieren. Die meisten Wägen haben eine Tischbeleuchtung, die man mit kleinen SMD LEDs beleuchten kann. So habe ich mir meine Gedanken für eine Tischbeleuchtung gemacht und herausgekommen ist folgendes...

 

Als Leuchtmittel kommen gelbe SMD LEDs der Baugröße 0603 zum Einsatz. Diese werden mit Kupferlackdraht verlötet. Aufgrund der 14 Tische habe ich mir für zwei Reihenschaltungen mit je vier LEDs und zwei Reihenschaltung mit je drei LEDs entschieden. Der von der LED wegführenden Drähte werden zweimal um 90° gebogen, so dass sie zum einen an der Lampe senkrecht nach unten führen und zum anderen waagrecht auf dem Tisch aufliegen. So fällt der Kula am wenigsten auf. Befestigt habe ich die Lampen mit Revell Plastikkleber.

 

 

An der Unterseite werden die Drähte mit Klebeband fixiert und zu einem Loch zum Küchenbereich geführt.

 

 

Da dieser Bereich nicht einsichtig ist kann man dort eine Lochrasterplatine mit vier Widerständen einbauen sowie eine Miniatursteckverbindung integrieren, um die Sitzgruppe leicht vom Waggongehäuse trennen zu können, denn die Tischbeleuchtung wird mit der Innenbeleuchtung gekoppelt.

 

 

 

Ein Funktionstest der 14 Tischlampen.

 

 

 

So sieht das ganze aus, wenn man von außen hineinschaut.

 

 

Nun ist die Innenbeleuchtung dran. Das Grundkonzept sollte ja nun klar sein. Falls nicht, so kann man eine ausführliche Anleitung hier nachlesen.

 

Zuerst also habe ich eine Lochrasterplatine zurechtgesägt. Sie verläuft über die volle Waggonlänge und -breite, um zum einen die Einstiege und zum anderen die durch die Mittelwand abgetrennte Küche zu beleuchten.

 

 

Die Lage der einzelnen LEDs werden genau auf die Fenster abgestimmt, so dass eine gleichmäßige Beleuchtung erstrahlt. Die LEDs über den Tischen sind bereits eingebaut.

 

 

Auch die restlichen LEDs werden eingelötet, mit Widerständen versehen und alle Reihenschaltungen verdrahtet.

 

 

Außerdem wird der Stecker eingelötet, der für eine trennbare Verbindung zu den Tischlampen sorgt.

 

 

Ja, das passt!

 

 

 

Nun muss der dreipolige Stecker an der einen Seite und die dreipolige Buchse an der anderen Seite an die Kabelenden gelötet werden, um eine Stromverbindung zu den anderen Wagen herstellen zu können. Der dritte Pol ist übrigens für das Schlusslicht am Endwagen. Bei den Märklin Wagen waren keine Fenstereinsätze an den Enden vorhanden, so dass ich die Kabel dort durchziehen konnte. Dieser Wagen hat jedoch Fenstereinsätze, die ich dann doch ungern rausnehme und somit eine andere Lösung vorgezogen habe. Ein kleiner Schlitz zwischen Gummiwulst und Waggongehäuse genügt, um die dünnen Litzen durchzuziehen.

 

 

Nun kann der Stecker angelötet werden. Meine dritte Hand hilft mir dabei.

 

 

Nun muss natürlich in das Waggondach eine kleine Ausbuchtung gesägt werden. Sie muss wirklich nicht groß sein, ich habe schon fast zu viel rausgesägt, trotzdem sieht man später nichts davon.

 

 

Dach drauf und Funktionscheck.

 

 

Die Tischlampen kommen aufgrund der Innenbeleuchtung natürlich nicht mehr so stark zur Geltung, jedoch kann man sie immer noch ausreichend wahrnehmen.

 

 

Damit ist der Abschnitt Innenbeleuchtung abgeschlossen.

 

Nun wollte ich noch etwas für mich ganz neues ausprobieren. Die Gestaltung des Innenraums. Lasst euch einfach während des Lesens überraschen, was ich mir so ausgedacht habe.

 

Erster Arbeitsgang war das verschließen des "Maschinenraums". Die Widerstände samt Stecker braucht man ja von außen nicht unbedingt zu sehen. Daher habe ich erstmal ein Stück Polystyrol eingeklebt.

 

 

Außerdem besitzt der Wagen zwei Türen mit Fenster zwischen Seitengang und Küche bzw. Maschinenraum. Während ich dem Küchenfenster geriffeltes Glas spendieren will, habe ich mich für den Maschinenraum für ein undurchsichtiges Plexiglas entschieden.

 

Nun, wie macht man so etwas? Natürlich nicht aus den genannten Materialien. Meine Wahl viel auf ein Stück Klarsichtfolie und zwar auf den Teil, der mit einem weißen Einleger verstärkt ist.

 

 

Von der Folie habe ich ein kleines Stück herausgeschnitten. Dieses wird hinter das Maschinenraum Fenster geklebt. So sieht man von außen nichts mehr von der Technik. Wie ich das Loch da vorne Stopfe muss ich mir noch überlegen.

 

 

Das besagte Küchenfenster hat das geriffelte Glas bekommen. Kennen sicherlich alle vom Badezimmer her.

 

 

Mit einem silbernen Edding habe ich schließlich die Türgriffe sowie Scharnieren angemalt.

 

 

Nun soll die Bordküche auch noch eine komplette Inneneinrichtung bekommen! Als erstes habe ich dazu die Seitenwände in einer silbernen Revell Farbe angemalt, die eine Art Alu darstellen soll.

 

 

Aufgrund fehlender Teile kann ich leider nicht an der Küche weiterbauen. Sobald ich die Teile habe (es ist leider eine vom Hersteller noch nicht ausgelieferte Neuheit) wird es hier weitergehen. Der Umbaubericht geht nun mit den Passagieren weiter.

 

Nachdem das Thema Küche abgeschlossen ist, habe ich mir den Passagieren gewidmet. An stelle von den Kibri Figuren Nr. 8114, habe ich mich mal für Fernost-Ware entschieden. Bei Ebay kann man beim Händler kokologgo 100 sitzende Figuren schon ab 17,99 € ersteigern.

 

 

So sieht eine Figur z.B. aus. Es gibt zahlreiche Varianten sowohl in Bezug auf Farbe als auch Form. Da gibt es welche mit überschlagenen Beinen, mit verschränkten Armen, mit Kleid oder Rock und und und. Also zumindest schon mal einiges an Vielfältigkeit. Detailliert sind die natürlich nicht so super, aber mir kommt es darauf in einem Waggon nicht so sehr an. Auch wären mir Preiser, NOCH oder Faller Figuren viel zu teuer für die Wägen. Da ich noch ca. 300 Figuren brauche wäre das ein gewaltiges Vermögen, was ich da investieren müsste.

 

 

Was mir sofort aufgefallen ist: Die Figuren sind um einiges kleiner, als die von Kibri (Nr. 8114). Aber an sich ist das gar nicht so verkehrt, da es in den Wägen meistens sehr eng zugeht und man ohnehin schon Probleme hat, die Figuren auf die Sitze zu pressen. Immer wieder muss man ja Amputationen vornehmen. Alleine deswegen wäre mir ein Preiserlein schon viel zu schade.

 

 

Aber Hauptsache Wagen voll! Basta!

 

 

Da ich nicht weiß, wann die Kücheneinrichtung lieferbar sein wird, habe ich das Gehäuse zwischenzeitlich aufgesetzt und den Wagen in den Zugverband eingereiht.

 

 

 

Weitere Bilder gibt es selbstverständlich in der Bildergalerie.

 

Der Umbau folgt auf eigene Gefahr! Ich übernehme keine Haftung bei Schäden!