Die Bahn-Jubiläums-Lok von Roco - Ein Blickfang für jede Anlage

 

 

Erster Eindruck

 

Anlässlich des Jubiläums "175 Jahre Deutsche Eisenbahn" hat sich die Arriva Länderbahn Gesellschaft und Roco in Zusammenarbeit mit der Designerin Gudrun Geiblinger etwas ganz tolles einfallen lassen: Auf den Taurus wurden Stilelemente des Adlers abgedruckt was die Lok zu einem echten Blickfang macht.

 

Genau ein halbes Jahr nach der Vorstellung des Originals im Betriebswerk Schwandorf kam das Modell von Roco in den Handel. Wie gut Roco sowohl das auffällige Design als auch die Technik gemeistert hat, versuche ich in diesem Bericht zu erörtern.

 

Das gut 250 € teure Lokmodell wird in der Roco typischen Verpackung mit Styroporeinsatz geliefert. Über zwei Löcher in den Styroporrückwand kann das Modell herausgedrückt werden. Beiliegend auch einige Zurüstteile für Vitrinenbahner, dazu gehören vor allem Bremsschläuche im Kupplungsbereich, sowie auch 2 Roco Kurzkupplungen, die gegen die bereits angesteckten Bügelkupplungen getauscht werden können. Ich habe dem Modell jedoch gleich die Roco Universalkupplung spendiert. Des weiteren finden sich eine Anleitung zum Modell und zum Digitaldecoder sowie eine Ersatzteilliste im Unterteil des Kartons.

 

 

Der erste Eindruck ist überwältigend. Die farbenfrohe Lok macht sich sehr gut auf jeder Modellbahnanlage. Gerne würde mich interessieren, wie viele Druckvorgänge für dieses Modell notwendig waren. Ich schätze die Zahl auf jenseits der 100.

 

 

 

Das komplette Modell ist komplett zugerüstet. Wie schon geschrieben können Vitrinenbahner einige Imitationen im Kupplungsbereich nachrüsten.

 

 

Details

 

Der Bereich um die Drehgestelle weißt sehr viele Details auf. Man möchte das Modell am liebsten gar nicht anfassen, um nicht irgendwas abzubrechen. Rund um ist das Modell sehr filigran.

 

Im Detail sieht der Kenner nun wahrscheinlich einen Druckfehler bzw. eine Stelle, die gar nicht bedruckt wurde. Es sind die Griffmulden. Diese sind beim Vorbild entweder dunkelgrau bedruckt (erstes Bild) oder im Gelbton gehalten (zweites Bild). Roco hat diese Fläche weiß gelassen. Ich denke, dass so eine Mulde einfach sehr schwer zu bedrucken ist und deswegen auf dieses Detail verzichtet wurde. In Foren wurde die Lok deswegen schon sehr auseinandergenommen, ich persönlich verhalte mich neutral dazu. Auf der einen Seite finde ich es zwar auch schade, auf der anderen Seite hätte ich es vermutlich gar nicht gemerkt, wenn ich nicht Vorbildfotos mit dem Modell verglichen hätte. Der Vollständigkeit halber habe ich natürlich auf dieses Manko hingewiesen.

 

 

 

Wir klettern nun aufs Dach und machen uns ein Bild von dem filigranen Roco Stromabnehmer.

 

 

Etwas seltsam finde ich, dass der Stromabnehmer nicht waagrecht am Fahrdraht anliegt, sondern etwas schräg steht. Vielleicht muss hier etwas nachgebogen werden.

 

 

 

Nun gibt es noch ein paar Lichtfunktionen zum schalten. Leider hat Roco hier wirklich sehr blaustichige LEDs verwendet, weswegen ich mit der Lichtfarbe nicht zufrieden bin. Der Taurus strahlt normalerweise ein viel wärmeres Licht aus. Der Unterschied zwischen Fernlicht und Spitzenlicht unterscheidet sich leider auch nur in der Position des Lichtes, die Lichtstärke ist identisch.

 

Spitzensignal:

 

 

Spitzensignal mit zuschaltbaren Fernlichtern:

 

 

Schlusslicht:

 

 

Technik

 

Zuletzt habe ich noch einen Blick unter die Haube geworfen. Leider wird wie das Gehäuse, wie es bei Roco meistens der Fall ist, durch auseinander spreizen vom Chassis abgehoben. Da an der Unterseite des Gehäuses aber zahlreiche winzige Anbauteile befestigt sind und auch das Drehgestell vor zerbrechlichen Teilen nur zu wimmelt, bringt die Aktion das Herz zum Rasen. Ich kann es ja nur jedes mal wieder betonen: Liebe Hersteller! Bitte einfach eine Schraube an die Unterseite setzen, so dass man das Gehäuse mit Leichtigkeit abheben kann.

 

Nach diesem Adrenalinkick habe ich nun freien Blick auf das Innenleben. Der zentrale Gleichstrommotor treibt mittels Kardanwellen beide Drehgestelle an und überträgt seine Kraft auf vier Achsen bei der Gleichstromversion und auf drei Achsen bei der Wechselstromversion. Die Wechselstromversion besitzt außerdem vier Haftreifen an den jeweils äußeren Achsen.

 

 

In der AC Version ist wie immer ein Digitaldecoder bereits eingesteckt. Leider weiß ich nicht, was es für ein Decoder ist. Meine ECoS hat mit "Empty" ausgelesen, ein vollwertiger ESU LokPilot ist es aber definitiv nicht.

 

Die Lok hat leider nur eine NEM 652 Schnittstelle, weshalb ein abschaltbares Schlusslicht natürlich nicht realisiert werden konnte. Eigentlich schade, dass die Hersteller hier immer noch sehr nachhinken. So langsam könnte man dies doch als Standard ansehen. Aber so musste ich auch hier leider wieder zum Lötkolben greifen und die Verdrahtung ändern. Der Umbaubericht kann hier eingelesen werden.

 

Da zusätzlich zum fahrtrichtungsabhängigen Lichtwechsel nur das Kabel für Aux 1 mit verwendet wurde, werden die Fernscheinwerfer wohl mit einer elektronischen Schaltung angesteuert, da für fahrtrichtungsabhängige Fernscheinwerfer normalerweise zwei Funktionsausgänge nötig sind.

 

 

Die Lok besitzt zwei Lichtplatinen je Seite. Eine Große befindet sich im unteren Bereich, wo eine weiße und rote SMD LED für den Lichtwechsel sowie eine weitere weiße LED für die Fernscheinwerfer integriert sind.

 

 

An der Oberseite befindet sich eine weitere weiße LED für das obere Spitzensignal.

 

 

Die Lok fährt natürlich wie man es von einer Roco Lok gewohnt ist seidenweich.

 

Fazit

 

Optisch ist der Arriva Länderbahn Taurus im Jubiläums-Design natürlich ein echter Blickfang für jede Modellbahnanlage. Von den kleinen weißen Flächen in der Griffmulde abgesehen ist die Lok 100 % vorbildlich bedruckt und ist daher einwandfrei gelungen. Beleuchtungstechnisch hätte man etwas mehr erwarten dürfe, ein Aufpreis von ca. 2 € für warmweiße LEDs hätten das Kraut sicherlich nicht Fett gemacht. Trotzdem kann man dieses Modell jedem empfehlen und hat ein hochwertiges Andenken an das Bahnjubiläum.

 

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Bilder

Umbaubericht